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Voices of Experience VoE der NSA

Nachfassen für mehr Auftritte

Gute Vorträge kommen gut an. Oft will das Publikum anschließend Visitenkarten austauschen, die Leute stellen Fragen oder zeigen sich interessiert, das vorgestellte Buch zu kaufen. Kommt man aber im Büro an, passiert von all dem leider nur herzlich wenig. Mit einem professionellen Follow up kannst Du dem entgegenwirken. Kurz gesagt: Du solltest nachfassen für mehr Auftritte.

Nachfassen per Telefon

Lois Creamer, CSP, empfiehlt spätestens 48 Stunden nach der Veranstaltung mit dem Kunden zu telefonieren. Was kannst Du am Telefon sagen?

Bedanke Dich, dass Du als Redner  engagiert wurdest.

“Ich wollte sicherstellen, dass das Feedback so gut war, wie das, was ich gehört habe. Ich würde gerne einige Feedbacks als Testimonial benutzen.”

Bezeuge Interesse für das Tätigkeitsfeld des Kunden:  “In welchen Verbänden sind Sie [der Kunde] Mitglied?” Wo könnte das eigene Thema gut passen?

Und weiter: “Würde es zu diesem Zeitpunkt Sinn machen, dass die Ideen und Techniken, die ich in meiner Rede erwähnt habe, in Ihrem Unternehmen umgesetzt werden? Wenn das etwas für Sie ist, würde ich mich freuen, Sie zu unterstützen.”

“Würde es Sinn machen, dass ich mit Ihrem Verkaufsleiter spreche, um sicherzustellen, dass die Ideen und Techniken umgesetzt werden? Der Gesprächspartner muss “Ja” sagen, sonst hat es keinen Sinn gemacht, Dich als Speaker auf die Bühne zu bringen.

“Ich kann Sie bei der Umsetzung unterstützen.”

Ein Angebot machen

Mach dem Kunden ein Angebot: Training, Teleseminar, Artikel, Videokonferenz, usw.

Merke: Leute, die Dir ihre Visitenkarte in die Hand gedrückt haben, solltest Du so schnell wie möglich anrufen!

Lois Creamer ist überzeugt: Noch besser ist es, wenn Du den Zuhörern etwas anbietest, das sie gegen ihre E-Mail-Adresse herunterladen können. So registrieren sie sich gleich selbst und sind im System erfasst.

Falls Du lieber hörst statt liest, dann  kannst Du Dir das Interview mit mir über Lois Craemer und viele mehr hier anhören.

Oskar Lafontaine: Wie kommt nur unser Öl unter deren Sand?

Titel des Referats: Europa – wie weiter?

Universität Zürich, KOH-B-10, 02. März, 18:44 – 19:48 Uhr. Organisiert vom Schweizerischen Institut für Auslandforschung SIAF: Die 463 Plätze des Vorlesungssaals der Uni Zürich waren restlos besetzt. Alle waren gekommen um die Oppositionsführerin des Deutschen Bundestages, Sahra Wagenknecht, zum Thema «Europa – wie weiter?» zu hören. Selbst die Nebenräume mit der Videoübeoscar-lafontaine-uni-zuerich-dynamischrtragung sollen gut gefüllt gewesen sein. Leider musste Gastgeber Martin Meyer, Vorstandspräsident des Schweizerischen Instituts für Auslandforschung, SIAF, verkünden, dass Frau Wagenknecht wegen einer Grippe ausfiel. Grosse Enttäuschung im Saal. Doch Herr Meyer hatte für Ersatz gesorgt: Oskar Lafontaine, Ehemann von Sahra Wagenknecht und politisches Urgestein in Deutschland, sprang in die Bresche. Mit einer typisch Meyerschen, humorvollen Anmoderation begrüsste er Oskar Lafontaine.

Technikversagen

Leider versagte die Technik zu Beginn: das Mikrofon und der Projektor wollten nicht mitmachen. Herr Meyer behielt die Ruhe und überbrückte die zeit mit einer launigen Bemerkung («Der Rektor kümmert sich persönlich um das Problem.»). Damit wurde er seiner Rolle als Moderator während einer Panne souverän gerecht. Allerdings wurde in der Vorbereitung vermutlich versäumt ein Sound-Check zu machen.

Selbstbewussteres Europa

Endlich konnte das Referat von Oskar Lafontaine losgehen. Er plädierte dafür, dass sich Europa auf die Ordnungsprinzipien «Frieden, wirtschaftlichen Ausgleich, ein europäisches Deutschland und Russland als Teil des europäischen Hauses» fokussieren sollte, inklusive Subsidiarität und Dezentralität. Die Ballung wirtschaftlicher Macht ist seines Erachtens besonders schlecht für die Demokratie. Er wünscht sich ausserdem einoscar-lafontaine-uni-zuerich-mikrofon-kabel-und-sender selbstbewussteres Europa, insbesondere im Verhältnis zu den USA.

Rhetorische Analyse von Oskar Lafontaine

“Wie war der Auftritt von Oskar Lafontaine aus rhetorischer Sicht?”

Positiv sind mir aufgefallen (an dieser Stelle nur drei von vielen positiven Punkten):

Humor: Er hat selbst bei diesem ernsten Thema einige humorvolle Bemerkungen vom Stapel gelassen, z.B. «[Nachdem ich nun kurzfristig einspringen musste,] habe ich heute Morgen meine Frau gefragt, was ich sagen soll.» Als es um den Krieg ums Öl im Nahen Osten ging, hat er gepunktet mit der Bemerkung, die ein Mann an einer Demonstration auf sein Plakat gechrieben haben soll: «Wie kommt nur unser Öl unter deren Sand?»

Das Publikum bewegen: Das war schon hohe Schule. Oskar Lafontaine hat es mehrmals geschafft, das Publikum mit seinen Aussagen zu spontanem Applaus zu bewegen. Und das Publikum war durchaus nicht nur mit Personen aus dem politisch linken Lager besetzt.

Quellenangaben: Herr Lafontaine hat so viele Personen zitiert wie kaum ein anderer Referent, den ich je gehört habe. Und dies auswendig. Insbesondere waren dabei Victor Hugo, Jean Monnet, Thomas Mann, Michail Gorbatschow, Erich Honecker. Ausserdem waren viele Zahlen dabei. Z.B. der Verteidigungsetat der NATO umfasst 900 Mrd. USD, derjenige von Russland 66 Mrd. USD.oscar-lafontaine-uni-zuerich-krawatte

Mögliche Verbesserungen / Ideen:

Undeutliche Artikulation: Leider hat der Referent immer wieder undeutlich artikuliert. Manche Sätze wurden zum Schluss hin so leise, dass ich sie akustisch nicht mehr verstehen konnte. Hier liegt meines Erachtens das grösste Verbesserungspotential.

Auftreten: Der dunkle Anzug mit weissem Hemd vermittelt Autorität. Allerdings darf die Krawatte nicht zu kurz gebunden sein. Sie sollte bis zur Gürtelschnalle reichen.

Hüftstütz/Mikrofonkabel: Oskar Lafontaine hat die linke Hand in die Hüfte gestützt. Dabei kamen das Mikrofonkabel und die Batterieeinheit voll zum Vorschein. Empfehlung: Das Mikrofonkabel würde ich innen am Hemd herunterführen und die Batterieeinheit am Rücken – statt auf der Seite – festmachen.

Fazit:

Oskar Lafontaine hat ein überzeugendes Referat gehalten. Es hätte vermutlich kaum einen besseren Ersatz für Sahra Wagenknecht als ihn gegeben. Er hat es verstanden, das Publikum in vielen Aspekten für sich zu gewinnen oder mindestens zum Nachdenken zu bewegen. Das war ein lohnenswertes Referat.

Auf der Skala von 1 (zu Hause bleiben) bis 10 (Weltmeister): 9

Skipwith-Radar

Neben den genannten Stärken und Schwächen gibt es noch mehr Aspekte, welche zur Beurteilung der Rhetorik und Präsentationstechnik betrachtet werden können. Diese sind im Skipwith-Radar zusammengefasst. Der Skipwith-Radar erlaubt, die Präsentation im Detail zu analysieren.

Gilles Kepel

Prof. Dr. Gilles Kepel: Djihad in Europa

Ist er wirklich mal in die Schuhe des anderen gestanden?Universität Zürich, KOL-G-201, 18. Mai 2016, 18:33 – 19:33 Uhr. Organisiert vom Schweizerischen Institut für Auslandforschung SIAF.

Sprache: Englisch

Immer ein Highlight: Die Anmoderation durch den Präsidenten des Vorstands des SIAF Dr. Dr. h.c. Martin Meyer. Diesmal hat er die Anmoderation sogar auf drei Sprachen gemacht: deutsch, französisch und englisch.

Gilles KepelProf. Dr. Gilles Kepel ist auf die historischen Hintergründe des Djihad im Allgemeinen und diejenigen für Frankreich im Besonderen eingegangen. Seines Erachtens erleben wir derzeit die dritte Generation des Djihad. Er wird durch die neuen technologischen Möglichkeiten wie Youtube, Twitter und Co. befeuert. Anders als in der Vergangenheit kann so der Djihad die Massen erreichen und braucht nicht länger eine Kommandostruktur von oben herab. Im Wesentlichen geht es den Djihadisten um die Demoralisierung des Gegners und um die Mobilisierung von weiteren Unterstützern.

Thema dieses Blog-Beitrags: “Wie war der Auftritt von Gilles Kepel aus rhetorischer Sicht?”

Positiv sind mir aufgefallen:

  • Humor: Er hat es trotz der Ernsthaftigkeit des Themas immer wieder kleine Bonmots gefunden. Beispiel (sinngemäß): “Ich spreche von einem französischen Präsidenten, dessen Name ich nicht nennen kann. Ich kann nur soviel sagen: Sein Name reimt auf Irak.”
  • Andere Quellen: Er erwähnte auch Professor Olivier Roy, ebenfalls ein französischer Politikwissenschaftler, der seine Meinung nicht teilt. Das macht seinen Standpunkt glaubwürdiger.
  • Maßgeschneidert: Er hat einige Bezüge zum Moderator, zu den geladenen Gästen im Publikum, zur Schweiz gemacht. Das macht das Referat viel maßgeschneiderter wie wenn er nur einen Standardvortrag halten würde.

Mögliche Verbesserungen / Ideen:

  • Blickkontakt: Auch wenn ich nicht den Eindruck hatte, dass er ein Skript hatte – er war oft mit den Augen auf dem Rednerpult oder an der Decke. Bitte mehr Blickkontakt.Gilles Kepel
  • Sprechgeschwindigkeit: Es war mir zu langsam. Ein typischer Berner wäre schnell dagegen. Bitte schneller und abwechslungsreicher.
  • Energie: Auf mich wirkte das Ganze zu bedacht. Es ist zwar gut, Worte abzuwägen und zu überlegen, aber es schien als würde er eine Stunde lange jedes Wort auf die Goldwaage legen. Eher anstrengend zum Zuhören. Bitte Niall Ferguson als Vorbild nehmen.
  • Argumentation: Die Argumentation war meines Erachtens nicht ausgewogen. Wichtige Fragen wurden außen vor gelassen, wie z.B.: “Welchen Einfluss haben die Drohnenangriffe der Amerikaner auf die Rekrutierung von Jugendlichen in islamischen Ländern?” “Was können wir in unseren und deren Kulturen tun, um dieses Treiben einzudämmen?”

Fazit:

Prof. Dr. Gilles Kepel hat einen interessanten geschichtlichen Abriss über den Djihad in Europa und dessen vermeintliche Hintergründe gegeben. Allerdings hat er das Ganze zu langsam und energielos vorgetragen. Außerdem hätte er vermutlich für eine Seminararbeit nur ein knappes genügend erhalten, weil er bestimmte Aspekte nicht berücksichtigt hat, die er sogar in der Ausschreibung des Vortrags versprochen hatte.

Auf der Skala von 1 (zu Hause bleiben) bis 10 (Weltmeister): 6

Skipwith-Radar

Neben den genannten Stärken und Schwächen gibt es noch mehr Aspekte, welche zur Beurteilung der Rhetorik und Präsentationstechnik betrachtet werden können. Diese sind im Skipwith-Radar zusammengefasst. Der Skipwith-Radar erlaubt die Präsentation im Detail zu analysieren. (Den Skipwith-Radar gibt’s gratis auf www.descubris.ch)

Skipwith Radar Gilles Kepel

Dr. Gerhard Schröder, Alt-Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland: Ein Plädoyer für „mehr Europa“

Gerhard-Schröder-SIAF-III-small-1Universität Zürich, KOL-G-201, 20. April 2016, 18:30 – 19:15 Uhr. Organisiert vom Schweizerischen Institut für Auslandforschung SIAF.

Titel des Referats: Politik in einer Welt der Widersprüche

Wenn ein berühmter Politiker kommt, dann kommen auch die Zuschauer. Bereits eine Stunde vor der Veranstaltung mussten sich diejenigen in die Warteschlange einreihen, die dem Vortrag von Dr. Gerhard Schröder live lauschen wollten.

Gerhard Schröder hat für „mehr Europa“ plädiert. Nur gemeinsame Lösungen führen zum Erfolg. Dem Alleingang eines Landes wird kein Erfolg beschieden sein. Daher ist er für mehr Integration in der EU. 3 Grundsätze gelte es für den Erfolg zu beachten: (1) Solidarität: Es geht nur gemeinsam. (2) Sicherheit: Der Schengenraum soll verteidigt werden. Die Flüchtlingsströme müssen begrenzt werden. (3) Stabilität: Sie muss auch in den Herkunftsländern der Flüchtlinge geschaffen werden. Außerdem gelte es die Türkei und Russland einzubinden. Ohne die beiden gehe es nicht.

Gerhard Schröder begrüßt das Publikum

Gerhard Schröder begrüßt das Publikum

Thema dieses Blog-Beitrags: “Wie war der Auftritt von Dr. Gerhard Schröder aus rhetorischer Sicht?”

Positiv sind mir aufgefallen (An dieser Stelle nur 3 Punkte):

  • Humor als Einstieg: Gerhard Schröder hat es gleich in den ersten 2 Minuten geschafft, das Publikum 2 Mal zum Lachen zu bringen. Und zwar mit einer spontanen Reaktion auf die Bemerkung des Moderators. (Er sei nicht promoviert. Zum Glück, denn so kann er sich eine Plagiatsuntersuchung sparen. Seine Doktortitel habe er ehrenhalber erhalten. Das sei gut, denn dann brauche man auch nichts dafür zu tun.)
  • Kurze prägnante Sätze: Beispiele: Der Alleingang geht nicht. Die Herausforderungen für Europa sind immens. Krisen sind überwindbar. Nichts ist unveränderbar. Integration ist ein Segen für Europa. Die Flüchtlingspolitik hatte viel Herz, aber keinen Plan.
  • Frei gesprochen: Zu Beginn und mittendrin hat er frei gesprochen. Da ist er zu Höchstleistungen aufgelaufen: Blickkontakt, Energie, alles da. (Beispielsweise als er von einem Artikel in einer Schweizer Zeitung gesprochen hat, die er auf dem Hinflug gelesen hat.)

Mögliche Verbesserung / Ideen:

Gerhard Schröder SIAF small

Gerhard Schröder haltet eine Rede

Es gibt m.E. wenig zu verbessern. Wenn dann nur auf sehr hohem Niveau.

  • Ablesen: Bitte so wenig wie möglich ablesen. So wie an den Stellen, die er spontan eingeflochten hat.
  • Energie: Ich habe Gerhard Schröder vor vielen Jahren an einem Auftritt bei der Schweizerischen Post in Basel live erlebt. Dort war er dynamischer. Das hat mir noch besser gefallen.
  • Visualisierung: Es gab einige Aufzählungen. Vermutlich hätte es dem einen oder anderen geholfen den Überblick zu behalten, wären die Schlüsselworte auf einer Folie visualisiert worden.

Fazit:

Ein Referat mit klarer Stellungnahme für und Bekenntnis zu Europa. Insbesondere die unvorbereiteten, spontanen Stellen waren besonders beeindruckend.

Auf der Skala von 1 (zu Hause bleiben) bis 10 (Weltmeister): 9

Skipwith-Radar

Neben den genannten Stärken und Schwächen gibt es noch mehr Aspekte, welche zur Beurteilung der Rhetorik und Präsentationstechnik betrachtet werden können. Diese sind im Skipwith-Radar zusammengefasst. Der Skipwith-Radar erlaubt die Präsentation im Detail zu analysieren. (Den Skipwith-Radar gibt’s gratis auf www.descubris.ch)

Skipwith Radar Axel Weber UBS

Der Skipwith-Radar analysiert das Referat von Axel A. Weber

 

Axel A. Weber liest ab

Prof. Dr. Dr. h.c. Axel A. Weber: Globale Wirtschaft in der Schuldenfalle?

Axel A. Weber: Globale Wirtschaft in der Schuldenfalle?Universität Zürich, KOL-G-201, 23. Februar 2016, 18:33 – 19:15 Uhr. Organisiert vom Schweizerischen Institut für Auslandforschung SIAF.

Das Interesse war gross: die Aula war mit fast 300 Personen voll besetzt, wie auch die Emporen und zusätzliche Räume mit der Live-Übertragung. Alle wollten hören wie es um die globale Wirtschaft und deren Zukunftsaussichten steht. Von einem Mann der schon Jahrzehnte in vielen Chargen Erfahrungen dazu gesammelt hat: Prof. Dr. Dr. h.c. Axel A. Weber, Präsident des Verwaltungsrates der UBS.

Wie üblich hat der Präsident des Vorstands des SIAF Dr. Dr. h.c. Martin Meyer humorvoll und souverän anmoderiert. Insbesondere ist mir positiv aufgefallen wie er auf das Fragezeichen im Titel aufmerksam gemacht hat mit der sinngemässen Bemerkung: „Das Fragezeichen im Titel lässt wenigstens noch ein bisschen Hoffnung zu.“ Entsprechend hat das Publikum mit einem Lachen reagiert.

Axel A. Weber mit seltener Gestik

Axel A. Weber mit seltener Gestik

Axel Weber hat dargelegt, dass die Frage im Titel mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit Ja zu beantworten ist: Die globale Wirtschaft ist in der Schuldenfalle. Ausserdem sind die Modelle, welche das Wirtschaftswachstum schätzen, veraltet und deshalb häufig zu optimistisch. Den Schätzungsmodellen fehlen zwei wesentlich Faktoren: Die Verschuldung und die demographische Entwicklung. Weder der eine noch der andere Faktor bewegt sich nur noch wie ein langsamer Gletscher. Wenn die Schulden nicht abgebaut und die Systeme nicht an die zunehmende Alterung der Gesellschaft angepasst werden, wird die Weltwirtschaft nicht wieder in Fahrt kommen. Zum Schluss hat Axel Weber darauf aufmerksam gemacht, dass die Politik den schwierigen Seilakt zwischen höherem Pensionsalter, tieferen Renten und höheren Beiträgen zu bewältigen hat. Andernfalls die Gesellschaften nicht aus der Schuldenfalle kommen.

Thema dieses Blog-Beitrags: “Wie war der Auftritt von Axel A. Weber, Präsident des Verwaltungsrates der UBS, aus rhetorischer Sicht?”

Positiv sind mir aufgefallen (und noch vieles mehr):

  • Axel A. Weber hat eine einfache Struktur für sein Referat gewählt: Einleitung, 2 Hauptpunkte, Ausblick.
  • Eloquenz: Er hat eloquent gesprochen mit nur wenigen Patzern.
  • Bezüge: Er hat viele Bezüge gemacht, z.B. zum Film „Groundhog Day“, zu Martin Meyer, zu Christoph Blocher.

Mögliche Verbesserungen / Ideen:

Axel A. Weber liest ab

Axel A. Weber liest ab.

  • Blickkontakt / Ablesen: Axel A. Weber hat über weite Strecken abgelesen. Schade. Glücklicherweise hat er zwischendurch auch wieder zum Blickkontakt mit dem Publikum gefunden. Mehr davon, bitte.
  • Wortwahl: Viele Sätze haben mit „Ich möchte …“ begonnen. Beispielsweise: „Ich möchte beginnen …“, „Ich möchte darüber reden …“. Stattdessen empfehle den Indikativ oder das Futur zu benutzen: „Ich beginne mit …“, „Ich werde darüber sprechen, dass …“.
  • Gestik: Gestik hält viele Zuschauer eher wach. Leider gab es nur ein paar wenige Stellen an denen Axel Weber gestikuliert hat. Auch hiervon, bitte mehr.

Fazit:

Ein Referat, welches inhaltlich vermutlich die Erwartungen vieler bestätigt hat. Trotzdem: Es hat bestimmt zu Diskussionen angeregt und wird es sicherlich weiterhin tun. Rhetorisch solide, aber nicht aussergewöhnlich. Insbesondere Gestik und Blickkontakt können verbessert werden.

Auf der Skala von 1 (zu Hause bleiben) bis 10 (Weltmeister): 8

Skipwith-Radar

Neben den genannten Stärken und Schwächen gibt es noch mehr Aspekte, welche zur Beurteilung der Rhetorik und Präsentationstechnik betrachtet werden können. Diese sind im Skipwith-Radar zusammengefasst. Der Skipwith-Radar erlaubt die Präsentation im Detail zu analysieren. (Den Skipwith-Radar gibt’s gratis auf www.descubris.ch)

Skipwith Radar Axel Weber UBS

Der Skipwith-Radar analysiert das Referat von Axel A. Weber

Susanne Ruoff: Immer wieder bestärkende Gesten.

Susanne Ruoff: Die Post will die neuen Herausforderungen im digitalen Zeitalter annehmen

Susanne Ruoff, Konzernleiterin, Die Post: “Die Post im digitalen Zeitalter”

Kongresshaus Zürich, 09. Dez. 2015, 18:05 – 18:35 Uhr. Organisiert von der Zürcher Volkswirtschaftlichen Gesellschaft ZVG.Susanne Ruoff steht brav hinter dem Rednertisch.

Frau Ruoff hat in ihrem Vortrag vergangene, bisherige und neue digitale Dienstleistungen der Post beschrieben: von der Gotthard-Postkutsche   bis zur Paketlieferung per Drohne. Das neue Geschäftsmodell der Post umfasst den Transport von Waren, Personen, Geld und Informationen. Insbesondere gehe es darum neue Konkurrenten in Schach zu halten, auszustechen oder noch besser: vom Markteintritt abzuhalten. Im letzten Drittel hat sie darauf hingewiesen, dass die Post einen gesetzlichen Auftrag zur Grundversorgung hat. Um diesen Auftrag zu erfüllen und finanzieren zu können, plädierte sie dafür das Restmonopol beim Briefversand (bis 50 Gramm) behalten zu dürfen.

Thema dieses Blog-Beitrags: “Wie war der Auftritt von Konzernleiterin Susanne Ruoff aus rhetorischer Sicht?” (Eine kurze Einschätzung zur Rhetorik: 3 positive Aspekte, 4 Verbesserungspotentiale.)

Positiv sind mir aufgefallen (u.a.):

  • Susanne Ruoff: Immer wieder bestärkende Gesten.Energie: Frau Ruoff hat ihre Präsentation mit Energie vorgetragen. Ich hatte den Eindruck sie steht hinter dem was sie sagt. Das hat sie auch mit ihrer aufrechten Körperhaltung und viel Blickkontakt unterstrichen.
  • PowerPoint-Folien: Die Folien waren auf ein Minimum reduziert. Meistens ein Bild über die gesamte Leinwand mit einer Leitidee. Entsprechend viel Zeit hat sie zu jeder Folie gesprochen.
  • Diplomatisch: (a) Sie hat versucht einen Mittelweg zu beschreiben. Das verhindert starke Opposition. Es gehe ihr um ein “Sowohl als auch”. Sowohl bisherige Dienstleistungen als auch neue digitale Dienstleistungen (Beispiel: TWINT, eine mobile Zahlungslösung für Smartphones). (b) Das Postgeheimnis wird gewahrt. Das wirkt vertrauensbildend. (c) Sie will das Restmonopol bei der Briefpost behalten, würde sich aber einem gegenteiligen Entscheid des Parlaments (selbstverständlich) anpassen.

Mögliche Verbesserung / Ideen:

  • Formulierungen: Manche Sätze wurden grammatikalisch nicht zu Ende geführt. Das ist meines Erachtens in diesem Setting nicht so schlimm. Wo ich ein größeres Verbesserungspotential orte, ist, bei den Konjunktiv-Formulierungen: “Ich möchte …” (“Ech wet …”). Empfehlung: Die Konjunktive ersetzen mit dem Indikativ: “Ich will ihnen einen Einblick geben …”PowerPoint: Der Text springt aus den Textboxen.
  • PowerPoint-Folien: Einige Textfelder sind aus der Textbox gesprungen. Einerseits hat sie sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen lassen. Andererseits empfehle ich immer vorher die Folien (auf einem fremden Laptop) zu testen.
  • Schluss: “Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und ich freue mich auf ihre Fragen.” Ist m.E. weniger stark als z.B.: “Ich wünsche mir, dass Sie uns treu bleiben. Wir werden alles daran setzen, dass das so ist und bleibt. Auch im digitalen Zeitalter.” Damit wäre ein Appell eingebaut und der Kreis zum Thema der Präsentation geschlossen.
  • Zahlen / Daten / Fakten: Ich hätte mir gewünscht mehr Zahlen zu erfahren. Beispielsweise: Wie stark nehmen herkömmliche Geschäftsfelder ab und neue, digitale Geschäftsfelder zu? Werden die neuen Dienstleistungen bisherige Umsatzeinbrüche wettmachen?

Fazit:

Ein abwechslungsreiches Referat. Frau Ruoff hat viele rhetorische Mittel gut eingesetzt. An ein paar Punkten darf sie noch feilen. Weiter so.

Auf der Skala von 1 (zu Hause bleiben) bis 10 (Weltmeister): 7.5

SIAF Bundesrat Alain Berset insistiert auf dem Text

Bundesrat Alain Berset: Die Schweiz braucht Mythen um das Land zusammenzuhalten.

Bundesrat Alain Berset: “Die Schweiz – Erinnerungsnation mit Zukunft”

Universität Zürich, KOH-B-10, 27. Mai 2015, 18:35 – 19:10 Uhr. Organisiert vom Schweizerischen Institut für Auslandforschung SIAF.

SIAF Bundesrat Alain Berset insistiert auf dem Text

SIAF Bundesrat Alain Berset insistiert auf dem Text

Der Saal mit 450 Plätzen war knapp zur Hälfte gefüllt. Bundesrat Alain Berset wurde trotzdem mit einem kräftigen Applaus begrüsst. Die Geschichte der Schweiz sei geprägt von den folgenden vier Punkten:

  1. Das Verhältnis zu den Nachbarn war noch nie reibungslos.
  2. Realismus, Pragmatismus und strategische Intelligenz
  3. Dem Willen zusammenzuhalten
  4. Zufall

Eine stabile politische Situation ist eher die Ausnahme als die Regel. Vielmehr ist bei einem Blick in die Geschichte die multipolare, volatile Welt der Normalfall. Deshalb müssen wir in Bewegung bleiben und Gräben immer wieder von neuem überwinden. Dies gelingt uns (auch) dank unseren Mythen wie z.B. Willhelm Tell.

Thema dieses Blog-Beitrags: “Wie war der Auftritt von Bundesrat Alain Berset aus rhetorischer Sicht?” (Eine kurze Einschätzung zur Rhetorik: 3 positive Aspekte, 3 Verbesserungspotentiale.)

Positiv sind mir aufgefallen (und noch vieles mehr):

  • Andere zitieren: Alain Berset hat sich immer wieder auf andere Personen bezogen und hat sie zitiert. Dadurch untermauert er seine Argumente geschickt.
  • Redenschreiber / Ghostwriter: Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hat er sich von einem Redenschreiber / Ghostwriter den Vortrag schreiben lassen. Gut. Als Bundesrat hat er keine Zeit alle Reden selbst zu schreiben. Allerdings sollte er das Manuskript vorher (nochmals) laut durchlesen. So würde er (noch) weniger über einzelne Stellen stolpern.
  • Rhetorische Mittel:  Sein Redenschreiber hat alle Register der Rhetorik gezogen. Es gab beispielsweise regelmässig humorvolle Einlagen (Beispiel: Die Unfallgefahr wächst, je länger man beim Autofahren in den Rückspiegel schaut.), Zitate, Alliterationen (Beispiel: Zoff, Zank + Zunder), Wortspiele, eine klare Struktur.
SIAF Bundesrat Alain Berset mahnt mit dem Finger

SIAF Bundesrat Alain Berset mahnt mit dem Finger

Mögliche Verbesserung / Ideen:

  • Ablesen: Alain Berset hielt eine Vor-Lesung. Er hat viel (90% oder mehr der Zeit) vom Manuskript abgelesen. Erst nach dem Vortrag, während den Fragen und Antworten, ist er mit der freien Rede zur Höchstform aufgelaufen. Vermutlich war das Ablesen dem komplexen Inhalt geschuldet.
  • Vogelperspektive: Kritische Stimmen würden sagen, erst ist zu allgemein geblieben.  Wäre es möglich gewesen, konkreter die Herausforderungen der Zukunft zu  nennen?
  • Letzter Satz: Den letzten Satz konnten weder mein Nachbar noch  ich akustisch verstehen. In diesem Fall war erst mit dem “vielen Dank” klar, dass der Vortrag zu Ende ist. Ganz, ganz schade.

Fazit:

Ein interessantes Referat auf (zu) grosser Flughöhe. Regelmässig aufheiternde Bemerkungen, welche es mir einfach machten zuzuhören.  Lohnenswert.

Auf der Skala von 1 (zu Hause bleiben) bis 10 (Weltmeister): 7

Peer Steinbrueck Die Zukunft der Demokratie

Peer Steinbrück im "Peer review"

Universität Zürich, Aula, 18. November 2014, 18:40 – 19:22 Uhr. Organisiert vom Schweizerischen Institut für Auslandforschung SIAF.

Minister a.D. Peer Steinbrück: “Die Zukunft der Demokratie”

Peer Steinbrueck TitelfolieWürde Peer Steinbrück auf seine Bemerkung mit der Kavallerie Bezug nehmen? Das war vermutlich eine der Fragen, die sich viele der Anwesenden im voll gefüllten Saal der Uni Zürich gestellt haben. Dr. Meier, der Organisator und Leiter des Schweizerischen Instituts für Auslandforschung, hat diesen Gedanken aufgenommen und humorvoll anmoderiert mit: “Willkommen in unserem Wigwam: ‘Sie haben nichts zu befürchten.'”

Peer Steinbrück hat vor einem vollem Saal von ca. 350 Zuhörern referiert. Er hat dafür plädiert, dass sich das Publikum um Politik kümmern soll. Das Publikum könne die Politik nicht einfach anderen überlassen! Ein klarer Appell dafür, dass sich jeder einbringePeer Steinbrueck Die Zukunft der Demokratien soll.

Thema dieses Blog-Beitrags: “Wie war der Auftritt von Peer Steinbrück aus rhetorischer Sicht?” (Eine kurze EiPeer Steinbrueck Die Zukunft der Demokratienschätzung zur Rhetorik: 3 positive Aspekte, 3 Verbesserungspotentiale.)

Positiv sind mir aufgefallen (und noch vieles mehr):

  • Sprache: flüssig, stark, fehlerfrei, ausdrucksstark. Beispiel:  “… so, dass ich jetzt langsam die Schlusskurve kriege.”
  • Humorvoll: inbesondere hat er zu Beginn und am Schluss Scherze eingebaut. Politiker sollen beispielsweise keine inhaltslosen Sätze von sich geben: “Eine gute Grundlage ist die beste Grundlage für eine solide Basis.”
  • Abwechslung vieler rhetorischer Mittel: Sprechpausen, Geschwindigkeitswechsel, Alliterationen, rhetorische Fragen, Enterhacken (zu Beginn auf etwas neugierig machen, aber dann auf später vertrösten).Peer Steinbrueck Gastgeschenk

Mögliche Verbesserung / Ideen:

  • Kopfhaltung: In wenigen Fällen konnte ich beobachten wie er das Kinn nach oben hielt. Das kann als arrogant interpretiert werden.
  • Essensreste: Es schien mir, dass er zu Beginn mit der Zunge nach Essensresten gefischt hat.
  • Anglizismen: Herr Steinbrück hat einige Anglizismen benutzt. Eine kurze deutsche Übersetzung könnte für den einen oder anderen Publikumsteilnehmer eine Hilfe sein. (An dieser Stelle auch die Erklärung zum Titel mit Anspielung auf seinen Vornamen: “Peer review” soll “Analyse seiner Rede” bedeuten.) Manchmal treffen englische Ausdrücke allerdings einen Sachverhalt besser auf den Kopf als deutsche. In seiner Rede hätte m.E. der Satz “Freedom is not free.” gut gepasst.

Besonders witzig wurde eines der beiden Gastgeschenke aufgenommen: der Indianer-Kopfschmuck.

Fazit:

Ein tolles Referat. Gut strukturiert, gekonnt vorgetragen, keine Sekunde langweilig. Wer nicht da war, hat etwas verpasst.

Auf der Skala von 1 (zu Hause bleiben) bis 10 (Weltmeister): 9

Jacqueline Hénard: Frankreich als nächstes Griechenland?

Zürich, Universität Zürich, 2. Oktober 2012. Referat “Frankreich aktuell – politische und wirtschaftliche Herausforderungen”.  Ein Referat im Rahmen der Reihe “Brennpunkte im Weltgeschehen” des Schweizerischen Instituts für Auslandforschung SIAF.

Jacqueline Hénard - Referat "Frankreich aktuell"

Jacqueline Hénard – Referat “Frankreich aktuell” am SIAF

Jacqueline Hénard ist Journalistin und Publizistin aus Paris. Gebürtige Berlinerin. Leider hatte sie für das Publikum keine guten Nachrichten. Frankreich ist in einem schlechten Zustand. Offenbar klammern sich die Franzosen noch zu sehr an das Etikett “La Grande Nation”, obwohl das Land dramatische Probleme hat. Frau Hénard hat dies anhand von vielen Beispielen und Zahlen belegt. Beispielsweise hat das Land einen riesigen Schuldenberg von 1’800 Mrd. Schulden, was 89% des BIP entspricht. 750 Brennpunkte über das Land verteilt, häufig in den Banlieues, wo die Drogenhändler das Sagen haben. Die Arbeitslosigkeit ist so hoch, dass praktisch das einzige Einkommen in der Kriminalität und beim Staat liegt.

Interessanterweise herrscht ein grosser Sozialneid. Die Massen mögen nicht arbeiten. Die anderen sollen zahlen. Als nach der Ankündigung der Steuererhöhung auf 75% ein Reicher das Land Richtung Luxemburg verliess, war die Schlagzeile einer Zeitung: “Hau ab, Du reiches Schwein.” Ein Schuss ins eigene Bein.

Auf die Frage was es denn Positives über Frankreich zu berichten gebe, war die Antwort sinngemäss: Wenig bis nichts.

Diplomatisch ausgedrückt: Frankreich sei weder das Paradies noch die Hölle, aber auf dem Weg ins Fegefeuer der Globalisierung.

Jacqueline Hénard: Gespräch mit dem Moderator

Jacqueline Hénard: Gespräch mit dem Moderator

Vom rhetorischen Standpunkt aus gesehen, war das Referat wegen der flüssigen Sprache, der vielfältigen Wortwahl und den konkreten Details attraktiv zum Zuhören.

Was hätte Frau Hénard anders machen können? Ich hätte mir mehr Engagement, sichtbar in der Körpersprache, gewünscht. Meist waren die Arme leider verschränkt. Ausserdem wurde das Publikum nicht mit Blickkontakt verwöhnt, sowohl beim Referat selber, wie auch danach bei der Beantwortung der Fragen. Letztlich war beim Schlusssatz dem Publikum nicht klar, dass das der Schlusssatz war. Sie musste nachdoppeln mit “Und damit stehe ich ihnen für Fragen zur Verfügung.”

Insgesamt ein lohnender Vortrag, der leider ein sehr düsteres Bild von Frankreich gezeichnet hat. Die These hat Bestand: Frankreich wird das nächste Griechenland.

P.S.: Wer Tipps und Tricks für seine Vorträge und Präsentationen sucht, findet sie im Buch “Die packende betriebsinterne Präsentation” von Thomas Skipwith. Bereits in der 3. Auflage.

Bestellen bei www.descubris.ch oder www.amazon.de.

Christine Lagarde at the University of Zurich, Switzerland

Christine Lagarde: Hope dies last

Shared Prosperity in a Globalized World

University of Zurich, Auditorium, KOH-B-10, May 7, 2012

Banner of the opposing studentsRarely does a speaker commend such attention. Christine Lagarde, the managing director of the International Monetary Fund, provoked a demonstration in front of the University of Zurich: Students opposed to the policies of the International Monetary Fund IMF had their transparencies with them (see picture above). The campus therefore abounded with security personnel. But there were also several hundred people who had come to listen to Mrs. Lagarde share her views of how to manage the currently difficult situation of world finances. There were so many that the speech had to be broadcasted into several other lecture rooms.

To have a better future for all, she argued, there must be growth in the short, medium and long term. Each country should implement a customized number of policies including the areas of banking, housing, taxes, product and labor markets. In addition the entire world economy should be rebalanced and secured with a financial safety net. She insisted that growth and austerity are not mutually exclusive, but can work together.

What about Mrs. Lagarde’s presentation skills? She has many strengths (+) and a few areas for improvement (-).

+ Alliteration / play of words: “Share the gains in good times; share the pains in bad times.”

Christine Lagarde at the University of Zurich, Switzerland

Christine Lagarde at the University of Zurich, Switzerland

+ Use of “we” made the audience feel as one with her, e.g.: “We dare not fail. We are all together in this. Let’s make no mistake – it’s easier said than done.”

+ Eye contact: She had her material down cold. Therefore she could at anytime look into and connect with the audience.

– structure: On the one hand very structured, but then so many subpoints, that she lost me.

– Too few anecdotes: I wish she had packaged her key message “growth and stability are not mutually exclusive” into a memorable anecdote or picture.

– Call for action: At the end of her speech she could/should have had a call for action.

Christine Lagarde's presentation skills on the Skipwith RadarDid what she said convince me? Not entirely. For me it was too general and too high level. As Christine Lagarde said: “The proof of the pudding lies in the eating.” Hope dies last.

All in all she made a very confident, eloquent and elegant impression on me.

How did Mrs. Lagarde fare on the Skipwith Radar, a measure for presentation skills?

Listen to the speech at www.siaf.ch.

Interested in public speaking and presentation skills? Check www.descubris.ch for presentation training and presentation coaching.