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UnternehmerZeitung: Langweilen Sie nicht!

Wie kann ich Langeweile in einer Präsentation vermeiden?

bored-16811_1280Wann immer Cicero, Churchill oder Castro sprachen, zogen sie ganze Säle in ihren Bann – oder hauten sie vom Hocker.  Exzellente Redner wie diese sind eine Rarität, in der Schweiz fehlen gar die guten. Warum das so ist und wie wir uns in fünf Schritten verbessern können.

Hier liest Du den kompletten Artikel, mit den fünf grundlegenden Tipps, die immer wieder vergessen gehen.

Die Umsetzung/Übung sieht so aus:

  1. Lies den Artikel mit den 5 Tipps.
  2. Wähle einen Tipp aus, den Du an Deiner nächsten Präsentation besonders beachten willst.
  3. Nimm Deine Agenda.
  4. Suche deinen nächsten Präsentationstermin.
  5. Schreibe Dir den Tipp zu dem Präsentationstermin dazu.
  6. Setzte den Tipp um.
  7. Freue Dich darüber, dass Du entweder eine grundsätzliche Technik eingesetzt hast oder es wenigstens versucht hast.

Wie immer: Übung macht den Meister. Nur wenn Du Dir die Mühe nimmst, es zu tun, hast Du die Chance besser anzukommen.

Wenn Dir der Tipp gefällt, dann teile ihn doch einfach in den sozialen Medien wie Facebook, XING und Co..

P.S.: Weitere Tipps zu überzeugenden Präsentationen gibt es im Buch “Der Wurm muss dem Fisch schmecken“.

Video-Feedback mit dem Smartphone

Ich benutze ein iPhone 6 Plus. Ich halte es für ein Wunderding. Aber egal, ob Du ein iPhoneVideo-Feedback mit dem Smartphone und der Kamera oder ein sonstiges Smartphone benutzest:   Dass es telefonieren kann, ist fast schon Nebensache. Die Funktion, auf die es mir heute ankommt, ist die Videokamera. Jedes Smartphone kann Video aufnehmen. Selbst wenn der Ton nicht besonders gut ist, dass Bild ist allemal gut genug, dass Du Dich selbst aufnehmen und danach anschauen kannst. Genau das empfehle ich Dir. Mach Dir ein eigenes Video-Feedback mit dem Smartphone. Nimm Dich selbst auf und schau das Video danach kritisch an. Einmal mit und einmal ohne Ton. Dabei wirst Du viele Dinge entdecken, die wir in den vergangenen Trainiglettern besprochen haben. Viel Spass und Erkenntnisgewinn!

P.S.: Das Mädel auf dem Bild hat kein Smartphone in der Hand. Das macht aber nichts. Du kannst Dich nämlich auch mit einer anderen Kamera aufnehmen. Mit dem Smartphone hast Du einfach vermutlich weniger Aufwand.

Die Umsetzung/Übung sieht so aus:

  1. Kaufe Dir ein Stativ. (Ein cooles Modell findest Du weiter unten.)
  2. Nimm Deine nächste Präsentation mit dem Smartphone auf Video auf.
  3. Schaue Dir das Video an.
  4. Schreibe Dir 2 Aspekte auf, die Du wieder machen möchtest.
  5. Schreibe Dir 2 Aspekte auf, die du bei der nächsten Präsentation anders oder besser machen willst.
  6. Setze die beiden positiven Punkte bei Deiner nächsten Präsentation ein. Und arbeite am Verbesserungspotential.
  7. Freue Dich darüber, dass Du Dir auch selbst Feedback geben kannst. Und dass Du besser wirst.

Wie immer: Übung macht den Meister. Nur wenn Du Dir die Mühe nimmst, Dich selbst aufzunehmen, hast Du die Chance besser anzukommen.

Wenn Dir der Tipp gefällt, dann teile ihn doch einfach in den sozialen Medien wie Facebook, XING und Co..

Stativ für Videoaufnahmen mit dem Smartphone

Originell, praktisch, schnell: Das Stativ in Pferdeform für Videoaufnahmen mit dem Benutze ein Stativ um Dich auf Video aufzunehmen.Smartphone. So entgeht Dir keine Präsentation mehr. Denn das Stativ ist sofort einsatzbereit. Du brauchst nur die Pferdeschnauze aufzuspannen und schon schnappt es zu. Dein Smartphone hält zielsicher auf Deine Präsentation. Die ideale Unterstützung um ein Video-Selfie zu machen. So kannst Du Dich nach er Präsentation nochmals kritisch analysieren. Ohne teure Kamera. Denn Du hast  die Kamera schon in Deinem  Smartphone. Ob iPhone 7, 6, 5, Samsung, HTC oder LG: Alle Smartphones, die weniger breit sind als 8.5 cm, passen in die Pferdeschnauze.

In meinem Shop kannst Du das Pferde-Stativ bestellen.

P.S.: Weitere Tipps zu überzeugenden Präsentationen gibt es im Buch “Der Wurm muss dem Fisch schmecken“.

Ein Leitfaden für Angehörigengespräche auf der Intensivstation

AngehörigengesprächeGespräche mit Patienten und Angehörigen auf der Intensivstation sind ein fester Bestandteil in der Betreuung eines kritisch kranken Patienten und eine grosse Herausforderung für das Behandlungsteam. Wenn der Patient nicht mehr in der Lage ist, seine Wünsche selbstständig zu äussern, ist es notwendig eine tragfähige Beziehung zu den Angehörigen aufzubauen, um den mutmasslichen Willen das Patienten zu eruieren. Nur durch den Aufbau einer belastbaren Beziehung, die auf Fachwissen, Ehrlichkeit und daraus folgendem Vertrauen beruht, ist das Betreuungsteam (medizinische Fachperson und Angehörige) in der Lage nachhaltig zufrieden stellende Entscheidungen zu treffen. Diese Gespräche dienen zur Vertrauensbildung, zur Information über die Erkrankung und legt Ziele fest. Die Fähigkeit solche Gespräche qualitativ hochwertig führen zu können, wird von Angehörigen genauso wichtig bewertet, wie das Beherrschen von medizinischen Massnahmen. Im folgenden ein Leitfaden für Angehörigengespräche auf der Intensivstation.

Voraussetzungen schaffen

Bestmögliche Voraussetzungen für ein gelungenes Gespräch zu schaffen, sind eminent wichtig.

Dies beginnt damit, dass das Behandlungsteam im Rahmen einer kritischen Erkrankung aktiv auf die Angehörigen zugeht und ein Angehörigengespräch anbietet. Dafür ist die Information des behandelnden Arztes über Unfall- und/oder Krankheitszeitpunkt, -mechanismus, Vorerkrankung oder besondere Lebensumstände unabdingbar. Das erste Gespräch sollte in den ersten 72 Stunden der Behandlung stattfinden. Der unbekannte Zustand des Patienten, der Inhalt des Gespräches und/oder das Erahnen einer schlechten Nachricht führt bei den Angehörigen zu Unsicherheit. Gleichermassen kann die gesprächsführende Fachperson mit der Situation, nun im Mittelpunkt zu stehen, Rede und Antwort stehen zu müssen und ggf. das Versagen der Therapie kommunizieren zu müssen, überfordert sein.

Einleitung

Angehörigengespräche sollten strukturiert und in angenehmer Atmosphäre ablaufen. Dazu gehört primär einen ausgemachten Termin auch einzuhalten, Störfaktoren während des Gespräches zu eliminieren (Telefone) und genügend Zeit einzuplanen. Zu Beginn begrüsst der Arzt alle Teilnehmenden und stellt alle mit Namen und Funktion vor. Ebenso sollten die Beziehungsverhältnisse zwischen den Angehörigen und dem Patienten bekannt sein. Familienfremde Zuhörer, wie Begleiter oder Freunde der Familie), dürfen nach Absprache aller Beteiligten daran teilnehmen.  Deren Funktion während des Gespräches sollte dem Gesprächsführenden bekannt sein.

Günstig ist es am Beginn das bis anhin Geschehene zusammenzufassen: Das Ziel hierbei ist, alle Beteiligte auf denselben Informationsstand zu bringen. Dadurch fällt es leichter weitere Interventionen, Behandlungsschritte und Prognosen zu erklären. Wichtig ist auch zu erwähnen welche Stationen (Rettungsdienst, Schockraum, Operationssaal usw.) der Patient schon durchlaufen hat, deren damals beabsichtigen Ziele und eingetretene Ergebnisse zu erklären. (z.B. „Um die Blutung im Bauch zu stoppen musste Ihr/e Angehörige/-r operiert werden. Aufgrund der mehrfachen Verletzung der Leber war dies im Operationssaal nicht möglich. Dies bedeutet, dass er morgen erneut operiert werden muss.“). Ausserdem ist es von grosser Bedeutung die Abgrenzung des aktuell informierenden Teams, wenn es darum geht, Fragen/Bemerkungen der Angehörigen betreffend Aktivitäten/Behandlungen der vorbehandelnden Teams zu klären. Denn in diesen Situationen kann/soll seitens des aktuellen Teams keine Stellung bezogen werden. Zur Klärung der offenen Fragen soll eine Gesprächskoordination zwischen vorbehandelnden Teams und den Angehörigen angeboten werden.

IST-Zustand

Anschliessend geht man auf die aktuelle Behandlung ein und erklärt den momentanen Zustand des Patienten. Idealerweise kann man hier schon die Angehörigen auf ein nicht alltägliches Bild des Patienten vorbereiten (künstliches Koma, Beatmungsschlauch im Mund, Infusionen und Medikamentenpumpen am Bett). Die Erklärung der weiteren Schritte in der Behandlung oder in der Diagnostik schliessen sich an.

An diesem Punkt muss der Gesprächsführende eine andere Ebene annehmen. Unter Kollegen kann der Arzt gewisse Voraussetzungen über Anatomie, Physiologie und Zusammenhänge erwarten. Nun sitzt er Angehörigen, medizinischen Laien, gegenüber, denen er komplexe Zusammenhänge verständlich erklären muss. Fachausdrücke, die im Alltag selbstverständlich sind, sollten vermieden werden, um die Verunsicherung der Angehörigen nicht zu fördern. Wenn das Behandlungsteam zweifelt, ob die Informationen richtig verstanden wurden, ist Nachfragen der einzige sinnvolle Weg.

Gedankenpause

An diesem Punkt sind Angehörige fürs Erste mit Informationen gesättigt und es bietet sich eine Gedankenpause an. Diese kann man ausfüllen, indem man die Angehörigen zu Wort kommen lässt. Einleitende Sätze wie: „Ich kenne Ihre/n Frau/ Mann nur in einem kritischen Zustand, was war sie/er für ein Mensch, was bedeutet für sie/ihn Lebensqualität“ eignen sich hervorragend um Zeit und Raum den Angehörigen zu überlassen. Wir wissen, dass je länger Angehörige Redezeit erhalten, desto zufriedener sind sie. Häufig enden diese Abschnitte mit der Frage der Prognose oder nach konkreten Handlungsschritten. Um hier einen professionellen Eindruck zu machen ist Fachwissen und ein Behandlungsplan unabdingbar. Bei einigen Erkrankungen (z.B. plötzlicher Herztod) gibt es Befunde und die Konstellationen, die auf einen ungünstigen Outcome hindeuten.

Die Erwartung der Angehörigen eine gute Prognose zu hören und zu erhoffen, sind in solchen Gesprächen häufig offensichtlich, dürfen aber durch das Behandlungsteam aus Unachtsamkeit oder Unerfahrenheit nicht gefördert werden. Die Aufnahmefähigkeit der Angehörigen ist in diesen Situationen eingeschränkt. Sie empfinden Wut, Kummer, besitzen Schuldgefühle und sind häufig getragen von einer Hoffnung, die nicht in Erfüllung gehen kann. Hier liegt es am Gesprächsführenden Emotionen aufzunehmen, falsche Hoffnungen nicht zu erfüllen und die Kernaussage mehrfach zu wiederholen. Es bietet sich an, denselben Sachverhalt in unterschiedlichen Wortlauten 3-4 x während des Gespräches zu wiederholen. Wichtig ist zu erkennen, dass gewisse Phrasen vermieden werden sollen. Zum Beispiel: „die Verletzungen sind mit dem Leben nicht zu vereinbaren“, wird bei eingeschränkter Aufnahme- und Beurteilungsfähigkeit mit Leben assoziiert, nicht mit dem Tod.

Abschluss

Am Ende wird ein primärer Ansprechpartner der Familie definiert, offen gebliebene Fragen geklärt, ggf. wird ein neuer Gesprächstermin vereinbart. Nicht zu vergessen sind Hilfsangebote an die Angehörigen selbst (Telefonnummern unter der sich die Angehörigen Tag und Nacht melden dürfen, Care Team). Darüber hinaus: Die Angehörigen schätzen es, wenn mehr als nur der Arzt in die Familienbetreuung involviert ist. Es bietet sich an, schriftliches Informationsmaterial bereitzustellen, pastorale Unterstützung zu akzeptieren oder eine psychologische Begleitung durch das Care Team zu ermöglichen. Die Kommunikation dieser Hilfen ist Aufgabe des Behandlungsteams.

Angehörigenbetreuung ist neben der medizinischen Aufgabe, Schwerstarbeit! Diese muss trainiert werden, damit Enttäuschungen auf beiden Seiten nicht zu schlechter Behandlungsqualität führen, denn zufriedene Angehörige verkürzen die Zeit des Patienten auf der Intensivstation. Ein Umstand, der angestrebt werden sollte.

Gastbeitrag von Dr. med. Frank Hillgärtner, Oberarzt Interdisziplinäre Intensivstation, Kantonsspital Graubünden, Chur

Quellen

The intensive Care unit family meeting: Making it happen
Elizabeth B. Gay et al.
J Crit Care. 2009 Dec; 24(4): 629.e1–629.12.

Multidisciplinary team training to enhance family communication in the ICU.
Shaw DJ1, Davidson JE, Smilde RI, Sondoozi T, Agan D
Crit Care Med. 2014 Feb;42(2):265-71. doi: 10.1097/CCM.0b013e3182a26ea5.

Family experience with intensive care unit care: association of self-reported family conferences and family satisfaction.
Kodali S1, Stametz RA2, Bengier AC2, Clarke DN2, Layon AJ3, Darer JD2.
J Crit Care. 2014 Aug;29(4):641-4. doi: 10.1016/j.jcrc.2014.03.012. Epub 2014 Mar 21.

Gilles Kepel

Prof. Dr. Gilles Kepel: Djihad in Europa

Ist er wirklich mal in die Schuhe des anderen gestanden?Universität Zürich, KOL-G-201, 18. Mai 2016, 18:33 – 19:33 Uhr. Organisiert vom Schweizerischen Institut für Auslandforschung SIAF.

Sprache: Englisch

Immer ein Highlight: Die Anmoderation durch den Präsidenten des Vorstands des SIAF Dr. Dr. h.c. Martin Meyer. Diesmal hat er die Anmoderation sogar auf drei Sprachen gemacht: deutsch, französisch und englisch.

Gilles KepelProf. Dr. Gilles Kepel ist auf die historischen Hintergründe des Djihad im Allgemeinen und diejenigen für Frankreich im Besonderen eingegangen. Seines Erachtens erleben wir derzeit die dritte Generation des Djihad. Er wird durch die neuen technologischen Möglichkeiten wie Youtube, Twitter und Co. befeuert. Anders als in der Vergangenheit kann so der Djihad die Massen erreichen und braucht nicht länger eine Kommandostruktur von oben herab. Im Wesentlichen geht es den Djihadisten um die Demoralisierung des Gegners und um die Mobilisierung von weiteren Unterstützern.

Thema dieses Blog-Beitrags: “Wie war der Auftritt von Gilles Kepel aus rhetorischer Sicht?”

Positiv sind mir aufgefallen:

  • Humor: Er hat es trotz der Ernsthaftigkeit des Themas immer wieder kleine Bonmots gefunden. Beispiel (sinngemäß): “Ich spreche von einem französischen Präsidenten, dessen Name ich nicht nennen kann. Ich kann nur soviel sagen: Sein Name reimt auf Irak.”
  • Andere Quellen: Er erwähnte auch Professor Olivier Roy, ebenfalls ein französischer Politikwissenschaftler, der seine Meinung nicht teilt. Das macht seinen Standpunkt glaubwürdiger.
  • Maßgeschneidert: Er hat einige Bezüge zum Moderator, zu den geladenen Gästen im Publikum, zur Schweiz gemacht. Das macht das Referat viel maßgeschneiderter wie wenn er nur einen Standardvortrag halten würde.

Mögliche Verbesserungen / Ideen:

  • Blickkontakt: Auch wenn ich nicht den Eindruck hatte, dass er ein Skript hatte – er war oft mit den Augen auf dem Rednerpult oder an der Decke. Bitte mehr Blickkontakt.Gilles Kepel
  • Sprechgeschwindigkeit: Es war mir zu langsam. Ein typischer Berner wäre schnell dagegen. Bitte schneller und abwechslungsreicher.
  • Energie: Auf mich wirkte das Ganze zu bedacht. Es ist zwar gut, Worte abzuwägen und zu überlegen, aber es schien als würde er eine Stunde lange jedes Wort auf die Goldwaage legen. Eher anstrengend zum Zuhören. Bitte Niall Ferguson als Vorbild nehmen.
  • Argumentation: Die Argumentation war meines Erachtens nicht ausgewogen. Wichtige Fragen wurden außen vor gelassen, wie z.B.: “Welchen Einfluss haben die Drohnenangriffe der Amerikaner auf die Rekrutierung von Jugendlichen in islamischen Ländern?” “Was können wir in unseren und deren Kulturen tun, um dieses Treiben einzudämmen?”

Fazit:

Prof. Dr. Gilles Kepel hat einen interessanten geschichtlichen Abriss über den Djihad in Europa und dessen vermeintliche Hintergründe gegeben. Allerdings hat er das Ganze zu langsam und energielos vorgetragen. Außerdem hätte er vermutlich für eine Seminararbeit nur ein knappes genügend erhalten, weil er bestimmte Aspekte nicht berücksichtigt hat, die er sogar in der Ausschreibung des Vortrags versprochen hatte.

Auf der Skala von 1 (zu Hause bleiben) bis 10 (Weltmeister): 6

Skipwith-Radar

Neben den genannten Stärken und Schwächen gibt es noch mehr Aspekte, welche zur Beurteilung der Rhetorik und Präsentationstechnik betrachtet werden können. Diese sind im Skipwith-Radar zusammengefasst. Der Skipwith-Radar erlaubt die Präsentation im Detail zu analysieren. (Den Skipwith-Radar gibt’s gratis auf www.descubris.ch)

Skipwith Radar Gilles Kepel

Dr. Gerhard Schröder, Alt-Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland: Ein Plädoyer für „mehr Europa“

Gerhard-Schröder-SIAF-III-small-1Universität Zürich, KOL-G-201, 20. April 2016, 18:30 – 19:15 Uhr. Organisiert vom Schweizerischen Institut für Auslandforschung SIAF.

Titel des Referats: Politik in einer Welt der Widersprüche

Wenn ein berühmter Politiker kommt, dann kommen auch die Zuschauer. Bereits eine Stunde vor der Veranstaltung mussten sich diejenigen in die Warteschlange einreihen, die dem Vortrag von Dr. Gerhard Schröder live lauschen wollten.

Gerhard Schröder hat für „mehr Europa“ plädiert. Nur gemeinsame Lösungen führen zum Erfolg. Dem Alleingang eines Landes wird kein Erfolg beschieden sein. Daher ist er für mehr Integration in der EU. 3 Grundsätze gelte es für den Erfolg zu beachten: (1) Solidarität: Es geht nur gemeinsam. (2) Sicherheit: Der Schengenraum soll verteidigt werden. Die Flüchtlingsströme müssen begrenzt werden. (3) Stabilität: Sie muss auch in den Herkunftsländern der Flüchtlinge geschaffen werden. Außerdem gelte es die Türkei und Russland einzubinden. Ohne die beiden gehe es nicht.

Gerhard Schröder begrüßt das Publikum

Gerhard Schröder begrüßt das Publikum

Thema dieses Blog-Beitrags: “Wie war der Auftritt von Dr. Gerhard Schröder aus rhetorischer Sicht?”

Positiv sind mir aufgefallen (An dieser Stelle nur 3 Punkte):

  • Humor als Einstieg: Gerhard Schröder hat es gleich in den ersten 2 Minuten geschafft, das Publikum 2 Mal zum Lachen zu bringen. Und zwar mit einer spontanen Reaktion auf die Bemerkung des Moderators. (Er sei nicht promoviert. Zum Glück, denn so kann er sich eine Plagiatsuntersuchung sparen. Seine Doktortitel habe er ehrenhalber erhalten. Das sei gut, denn dann brauche man auch nichts dafür zu tun.)
  • Kurze prägnante Sätze: Beispiele: Der Alleingang geht nicht. Die Herausforderungen für Europa sind immens. Krisen sind überwindbar. Nichts ist unveränderbar. Integration ist ein Segen für Europa. Die Flüchtlingspolitik hatte viel Herz, aber keinen Plan.
  • Frei gesprochen: Zu Beginn und mittendrin hat er frei gesprochen. Da ist er zu Höchstleistungen aufgelaufen: Blickkontakt, Energie, alles da. (Beispielsweise als er von einem Artikel in einer Schweizer Zeitung gesprochen hat, die er auf dem Hinflug gelesen hat.)

Mögliche Verbesserung / Ideen:

Gerhard Schröder SIAF small

Gerhard Schröder haltet eine Rede

Es gibt m.E. wenig zu verbessern. Wenn dann nur auf sehr hohem Niveau.

  • Ablesen: Bitte so wenig wie möglich ablesen. So wie an den Stellen, die er spontan eingeflochten hat.
  • Energie: Ich habe Gerhard Schröder vor vielen Jahren an einem Auftritt bei der Schweizerischen Post in Basel live erlebt. Dort war er dynamischer. Das hat mir noch besser gefallen.
  • Visualisierung: Es gab einige Aufzählungen. Vermutlich hätte es dem einen oder anderen geholfen den Überblick zu behalten, wären die Schlüsselworte auf einer Folie visualisiert worden.

Fazit:

Ein Referat mit klarer Stellungnahme für und Bekenntnis zu Europa. Insbesondere die unvorbereiteten, spontanen Stellen waren besonders beeindruckend.

Auf der Skala von 1 (zu Hause bleiben) bis 10 (Weltmeister): 9

Skipwith-Radar

Neben den genannten Stärken und Schwächen gibt es noch mehr Aspekte, welche zur Beurteilung der Rhetorik und Präsentationstechnik betrachtet werden können. Diese sind im Skipwith-Radar zusammengefasst. Der Skipwith-Radar erlaubt die Präsentation im Detail zu analysieren. (Den Skipwith-Radar gibt’s gratis auf www.descubris.ch)

Skipwith Radar Axel Weber UBS

Der Skipwith-Radar analysiert das Referat von Axel A. Weber

 

Axel A. Weber liest ab

Prof. Dr. Dr. h.c. Axel A. Weber: Globale Wirtschaft in der Schuldenfalle?

Axel A. Weber: Globale Wirtschaft in der Schuldenfalle?Universität Zürich, KOL-G-201, 23. Februar 2016, 18:33 – 19:15 Uhr. Organisiert vom Schweizerischen Institut für Auslandforschung SIAF.

Das Interesse war gross: die Aula war mit fast 300 Personen voll besetzt, wie auch die Emporen und zusätzliche Räume mit der Live-Übertragung. Alle wollten hören wie es um die globale Wirtschaft und deren Zukunftsaussichten steht. Von einem Mann der schon Jahrzehnte in vielen Chargen Erfahrungen dazu gesammelt hat: Prof. Dr. Dr. h.c. Axel A. Weber, Präsident des Verwaltungsrates der UBS.

Wie üblich hat der Präsident des Vorstands des SIAF Dr. Dr. h.c. Martin Meyer humorvoll und souverän anmoderiert. Insbesondere ist mir positiv aufgefallen wie er auf das Fragezeichen im Titel aufmerksam gemacht hat mit der sinngemässen Bemerkung: „Das Fragezeichen im Titel lässt wenigstens noch ein bisschen Hoffnung zu.“ Entsprechend hat das Publikum mit einem Lachen reagiert.

Axel A. Weber mit seltener Gestik

Axel A. Weber mit seltener Gestik

Axel Weber hat dargelegt, dass die Frage im Titel mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit Ja zu beantworten ist: Die globale Wirtschaft ist in der Schuldenfalle. Ausserdem sind die Modelle, welche das Wirtschaftswachstum schätzen, veraltet und deshalb häufig zu optimistisch. Den Schätzungsmodellen fehlen zwei wesentlich Faktoren: Die Verschuldung und die demographische Entwicklung. Weder der eine noch der andere Faktor bewegt sich nur noch wie ein langsamer Gletscher. Wenn die Schulden nicht abgebaut und die Systeme nicht an die zunehmende Alterung der Gesellschaft angepasst werden, wird die Weltwirtschaft nicht wieder in Fahrt kommen. Zum Schluss hat Axel Weber darauf aufmerksam gemacht, dass die Politik den schwierigen Seilakt zwischen höherem Pensionsalter, tieferen Renten und höheren Beiträgen zu bewältigen hat. Andernfalls die Gesellschaften nicht aus der Schuldenfalle kommen.

Thema dieses Blog-Beitrags: “Wie war der Auftritt von Axel A. Weber, Präsident des Verwaltungsrates der UBS, aus rhetorischer Sicht?”

Positiv sind mir aufgefallen (und noch vieles mehr):

  • Axel A. Weber hat eine einfache Struktur für sein Referat gewählt: Einleitung, 2 Hauptpunkte, Ausblick.
  • Eloquenz: Er hat eloquent gesprochen mit nur wenigen Patzern.
  • Bezüge: Er hat viele Bezüge gemacht, z.B. zum Film „Groundhog Day“, zu Martin Meyer, zu Christoph Blocher.

Mögliche Verbesserungen / Ideen:

Axel A. Weber liest ab

Axel A. Weber liest ab.

  • Blickkontakt / Ablesen: Axel A. Weber hat über weite Strecken abgelesen. Schade. Glücklicherweise hat er zwischendurch auch wieder zum Blickkontakt mit dem Publikum gefunden. Mehr davon, bitte.
  • Wortwahl: Viele Sätze haben mit „Ich möchte …“ begonnen. Beispielsweise: „Ich möchte beginnen …“, „Ich möchte darüber reden …“. Stattdessen empfehle den Indikativ oder das Futur zu benutzen: „Ich beginne mit …“, „Ich werde darüber sprechen, dass …“.
  • Gestik: Gestik hält viele Zuschauer eher wach. Leider gab es nur ein paar wenige Stellen an denen Axel Weber gestikuliert hat. Auch hiervon, bitte mehr.

Fazit:

Ein Referat, welches inhaltlich vermutlich die Erwartungen vieler bestätigt hat. Trotzdem: Es hat bestimmt zu Diskussionen angeregt und wird es sicherlich weiterhin tun. Rhetorisch solide, aber nicht aussergewöhnlich. Insbesondere Gestik und Blickkontakt können verbessert werden.

Auf der Skala von 1 (zu Hause bleiben) bis 10 (Weltmeister): 8

Skipwith-Radar

Neben den genannten Stärken und Schwächen gibt es noch mehr Aspekte, welche zur Beurteilung der Rhetorik und Präsentationstechnik betrachtet werden können. Diese sind im Skipwith-Radar zusammengefasst. Der Skipwith-Radar erlaubt die Präsentation im Detail zu analysieren. (Den Skipwith-Radar gibt’s gratis auf www.descubris.ch)

Skipwith Radar Axel Weber UBS

Der Skipwith-Radar analysiert das Referat von Axel A. Weber

Rhetorik-Tipp: 3-Gelenk-Regel

Rhetorik-Tipp zur Körpersprache: Lautstärke mit der 3-Gelenk-Regel

Rhetorik-Tipp: 3-Gelenk-RegelBeim Thema Lautstärke denken die meisten nur an die Lautstärke der Stimme. Doch da gibt es noch mehr.

Stell Dir vor, Du bist in einem kleinen Sitzungszimmer mit 5 Leuten. Einer hält eine Präsentation. Er reisst seine Arme hoch zu einer Pose wie die der Statue von Christus, der Erlöser, in Rio de Janeiro. Dein Bauchgefühl sagt Dir: „Hier stimmt etwas nicht.“ Ja, genau. Wenn Du genauer wissen willst, was nicht stimmt, dann schaue Dir die Details im Video hier an:
„Körpersprache und Lautstärke“ oder „Aller guten Dinge sind drei“.

Die Umsetzung/Übung findest Du ebenfalls auf dieser Seite: „Körpersprache und Lautstärke“ oder „Aller guten Dinge sind drei“.

Wie immer: Übung macht den Meister.

Wenn Dir der Tipp gefällt, dann teile ihn doch einfach in den sozialen Medien wie Facebook, XING und Co..

Wie immer: Übung macht den Meister. Nur wenn Du den Tipp zu Herzen nimmst, wird es Deinem Publikum beim nächsten Mal leichter fallen Dir seine Aufmerksamkeit zu schenken.

Demnächst gibt es wieder eine neue Folge wie Du die Körpersprache für Präsentationen optimal einsetzen kannst. Falls Du das nicht verpassen willst und die wichtigsten Tipps und Tricks für Deine Präsentationen haben möchtest, dann schreibe Dich in unseren Trainingletter ein.

Ich wünsche Dir viel Erfolg!

Thomas Skipwith

P.S.: Weitere Tipps zu überzeugenden Präsentationen gibt es im Buch “Der Wurm muss dem Fisch schmecken”.

Wohin mit den Händen?

Rhetorik-Tipp zur Körpersprache: Wohin mit den Händen?

Wohin mit den Händen? Eine Variante.Die Körpersprache ist ein wichtiger Bestandteil jeder Form von Kommunikation. Insbesondere auch bei Präsentationen. Deshalb habe ich mich dafür entschieden, eine Serie von Videos aufzunehmen mit den gröbsten Fehlern und den besten Tipps für eine bessere Körpersprache. In diesem Beitrag teile ich Tipp Nummer 5 zum Thema Körpersprache bei Präsentationen.

„Wo soll ich bloß mit meinen Händen hin?“ ist eine Frage, die ich in meinen Trainings oft höre. Es gibt natürlich mehrere Möglichkeiten. Was ich Dir NICHT empfehle, ist die Hände in die Taschen zu stecken. Das nimmt den Händen die Möglichkeit mitzureden. Ausserdem schränkt es gemäss einer Studie der Columbia University den Sprachfluss ein und führt zu mehr „Ähs“. Wenn Du sehen willst, was Du mit den Händen machen kannst, dann schaue Dir mein Video an.

Zum Video: Rhetorik-Tipp „Wohin mit den Händen?“ an. Viel Spass und Erkenntnisgewinn!

Die Umsetzung/Übung sieht so aus:

  1. Stell Dir vor Du bist in einer Sitzung und präsentierst vor Deinen Kollegen.
  2. Sprich den Satz: „Diese Aufgabe liegt noch in weiter Ferne.“ Gleichzeitig zeigst Du mit einer grossen Handbewegung nach links oben*. Auch Dein Blick geht nach links oben.
  3. Wunderbar. Du hast Deine Aussage durch Gestik unterstützt. Dabei musstest Du keinen Moment daran denken wohin Deine Hände gehen sollten.
  4. Nutze diesen Tipp für Deine nächste Präsentation.

Wie immer: Übung macht den Meister. Nur wenn Du den Tipp zu Herzen nimmst, wird es Deinem Publikum beim nächsten Mal leichter fallen Dir seine Aufmerksamkeit zu schenken.

Demnächst gibt es wieder eine neue Folge wie Du die Körpersprache für Präsentationen optimal einsetzen kannst. Falls Du das nicht verpassen willst und die wichtigsten Tipps und Tricks für Deine Präsentationen haben möchtest, dann schreibe Dich in unseren Trainingletter ein.

Ich wünsche Dir viel Erfolg!

Thomas Skipwith

Rhetorik-Tipp zur Körpersprache

Rhetorik-Tipp zur Körpersprache: Schau mir in die Augen, Kleines!

Rhetorik-Tipp zur KörperspracheHumphrey Bogart sagt im Film Casablanca zum Abschied zu Ingrid Bergmann*: „Schau  mir in die Augen, Kleines!“ Eine legendäre und berührende Szene.

Die Körpersprache ist ein wichtiger Bestandteil jeder Form von Kommunikation. Insbesondere auch bei Präsentationen. Deshalb habe ich mich dafür entschieden, eine Serie von Videos aufzunehmen mit den gröbsten Fehlern und den besten Tipps für eine bessere Körpersprache. In diesem Beitrag teile ich Tipp Nummer 4 zum Thema Körpersprache bei Präsentationen.

Blickkontakt ist nicht nur für Filmstars wichtig. Jeder, der vor Publikum präsentiert, tut gut daran, mit den Zuschauern Blickkontakt zu halten. Dank Blickkontakt trete ich in einen Dialog mit dem Publikum. Auch wenn akustisch nur der Präsentierende zu hören ist. Dank dem Blick in die Augen, weiss ich als Präsentierender, wie es dem Publikum geht. Schlafen schon ein paar, hat jemand eine Frage oder beantworten die Zuschauer bereits Ihre E-Mails? Michael Rossié, ein Trainer-Kollege aus München, nennt es treffend so: „Präsentieren ist wie flirten mit ganz vielen.“ Und das geht nur mit Blickkontakt.

Wenn Du sehen willst wie das geht, dann schau Dir den Rhetorik-Tipp „Schau  mir in die Augen, Kleines!“ an. Viel Spass und Erkenntnisgewinn!

Die Umsetzung/Übung sieht so aus:

  1. Tue so, wie wenn Du vorne in einem Sitzungszimmer stehen würdest. Du stehst vorne in der Mitte. Du sprichst frei ohne PowerPoint-Präsentation.
  2. Jetzt sprichst Du die ersten 10 Sätze Deiner nächsten Präsentation. Beispiel: „Sehr geehrte Damen und Herren, gestern habe ich in den Nachrichten gehört, dass …“
  3. Achte darauf, dass Du in die Runde schaust, wie wenn dort Zuschauer sitzen würden. Schaue  nicht auf Deine Notizen, nicht auf den Boden, nicht an die Decke, nicht aus dem Fenster.
  4. Wiederhole das mehrere Mal.
  5. Wunderbar. Du wirst einen stärkeren Kontakt zu Deinem Publikum etablieren.
  6. Nutze diesen Tipp für Deine nächste Präsentation.

Wie immer: Übung macht den Meister. Nur wenn Du den Tipp zu Herzen nimmst, wird es Deinem Publikum beim nächsten Mal leichter fallen Dir seine Aufmerksamkeit zu schenken.

Demnächst gibt es wieder eine neue Folge wie Du die Körpersprache für Präsentationen optimal einsetzen kannst. Falls Du das nicht verpassen willst und die wichtigsten Tipps und Tricks für Deine Präsentationen haben möchtest, dann schreibe Dich in unserem Trainingletter ein.

Ich wünsche Dir viel Erfolg!

Thomas Skipwith

*Auf dem Bild ist nicht Ingrid Bergmann, sondern Humphrey Bogart’s Frau Lauren Bacall zu sehen. 😉

Blackout

"…Was wollte ich nochmal?…" – nie wieder Blackout!

"...Was wollte ich nochmal?..." - nie wieder Blackout!Die Situation kennt jeder, egal ob in der Schule, im Studium, am Arbeitsplatz oder zu Hause. Man hat den Schreibtisch voller Arbeit, gerade wollte man noch etwas machen, und dann hat man es vergessen. Einfach weg! Oder man sitzt in der Prüfung, und starrt stundenlang auf ein leeres Blatt Papier, weil einem nichts mehr einfallen will. Stress, Angst, Lampenfieber – dass sind mögliche Auslöser eines Blackouts. Mit einfachen Tipps verlieren sie aber nie wieder den roten Faden. Coach und Trainer Thomas Skipwith hat bereits mehrfach die Rhetorik-Europameisterschaften gewonnen und ist Autor des Buchs “Der Wurm muss dem Fisch schmecken – mit Power präsentieren und rhetorisch punkten”.

Wie entsteht ein Blackout und was kann man dagegen tun? Die Antwort findest Du in meinem Audiobeitrag.

Auf dass Dich nie ein Blackout ereilt und falls doch: dass Du immer weisst was zu tun ist.

Ich wünsche Dir viel Erfolg!