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Einen Toast ausbringen: Wie Du dabei nie in Verlegenheit kommst.

Einen Toast ausbringen bedeutet nichts anderes als eine kleine Rede halten und mit den anderen Gästen anstossen. Manche sprechen statt von einem Toast von einer Tischrede oder davon das Glas zu erheben. Zu Weihnachten und Neujahr gibt es diesbezüglich besonders viele gute Gelegenheiten dies zu tun.

Schon die Römer sollen Toasts ausgebracht haben. Angeblich haben sie mit einem Stück geröstetem Brot den Rest des Weines aus dem Weinglas aufgetunkt. Und damit den Kollegen zugeprostet.

Besonders beliebt sollen Toasts im England des 19. Jahrhunderts gewesen sein. Doch selbst heute, insbesondere im englischsprachigen Raum, ist es nicht ungewöhnlich, dass jemand einen Toast ausgibt.

Weshalb sollte jemand einen Toast ausbringen wollen?

Mit einer kurzen Tischrede kann jeder zu einer positiven Stimmung beitragen.

Meistens erzählt der Redner eine kleine Geschichte. Er teilt eine kleine Anekdote. Oft handelt sie davon, wie der Redner denjenigen kennen gelernt hat, der Thema des Toasts ist. Oft ist es eine Anekdote über etwas gemeinsam Erlebtes. Es darf auch gerne etwas Humorvolles sein.

Wenn es ein Toast über eine bestimmte Person ist, soll der Redner nicht über sich selbst, sondern über den Gast reden.

Wie lange soll ein Toast dauern?

Die Tischrede ist kürzer als eine formale Rede. Sie sollte kurz sein. Ein bis 2 Minuten sind lang genug um etwas Sinnvolles zu sagen und doch nicht zu lange um das Publikum zu langweilen. Je nach Situation kann sich die Dauer natürlich ändern. Auf einer Hochzeit wird ein Toast vermutlich länger sein als auf der Unternehmensfeier, bei der jeder nur darauf wartet endlich sein Bier oder sein Glas Wein trinken zu dürfen.

Wie soll ein Toast strukturiert sein?

Zieh als Erstes die Aufmerksamkeit auf Dich. Das tust Du, sobald Du aufstehst. Dann schau in die Runde. Sollte dein Publikum nicht von allein merken, dass du etwas sagen willst, kannst du ans Glas klopfen. Warte bis alle bereit sind zuzuhören.

Wenn nötig, erwähne wer du bist. Denn in manchen Gesellschaften werden dich nicht alle kennen. In diesem Fall ist es interessant für die Zuhörer zu erfahren, wer spricht.

Kündige den Toast wie folgt an: «Ich möchte auf Markus einen Toast ausbringen.» oder «Ich möchte auf das [Ereignis] einen Toast ausbringen.»

Dann rufe ihn Erinnerung, weshalb die Veranstaltung stattfindet.

Im Hauptteil eignet es sich

  • seinen Wünschen,
  • seiner Hoffnung für Gesundheit, Zufriedenheit oder Geld, Ausdruck zu verleihen oder manchmal
  • einen Ratschlag zu erteilen.

Besonders attraktiv ist es, wenn du den Wunsch, die Hoffnung oder den Ratschlag in eine Geschichte verpackst.

Zum Schluss geht es darum mit den Anwesenden anzustossen. Hier stösst du auf den gemeinsamen Erfolg, auf die gemeinsame Zukunft oder einfach auf die Anwesen oder den Ehrengast an.

Das Wörtchen «auf» ist hier besonders nützlich. Sag „Auf …» und dann den Namen der Person oder des Anlasses auf die oder den getrunken werden soll. «Auf Hans!», «Auf die neue Brücke!», «Auf die Zukunft!»

Passe Dich mit der Form des Toasts dem Anlass an. Sprich bei einem formalen Anlass eher formal, bei einem informellen Anlass eher informell. Ein informeller Anlass ist beispielsweise ein Treffen unter Freunden.

Welche Gelegenheiten gibt es um einen Toast aus zu bringen?

Es gibt ganz viele Gelegenheiten, um einen Toast auszubringen. Zum Beispiel eine Geburtstagsparty, ein Jubiläum, eine Verlobung, eine Hochzeit, eine Einladung zum Abendessen, die Abifeier, die Maturafeier, die Pensionierung, eine Verabschiedung Party, die Beförderung, Weihnachten, Neujahr.

Steh nicht mit leerem Glas da!

Denk daran, dass für einen guten Toast du zum Schluss ein Glas in der Hand brauchst. Sorge dafür, dass das Glas gefüllt ist. Damit die Anwesenden auch anstossen können, sollte deren Glas ebenfalls gefüllt sein. Sorge selbst dafür, dass dem so ist oder sprich dich mit der Bedienung des Restaurants ab.

Was soll ich tun, damit ein Toast auch gut aussieht?

Wie immer gilt auch hier: Übung macht den Meister. Probe den Toast also schon im Voraus. So kannst Du ihn auswendig ausbringen. Erst so kannst Du Deine Wertschätzung für den Ehrengast, die Gäste oder den Anlass auch wirklich glaubhaft zum Besten geben. Vorheriges proben wird dir auch ermöglichen guten Blick Kontakt zu machen.

Du kannst dich entweder am Glas festhalten oder, meines Erachtens besser, das Glas erst zum Schluss in die Hand nehmen.

Einen Aspekt will ich dir unbedingt mitgeben: es ist eine Ehre, wenn du einen Toast ausbringen darfst. Denn es ist die Gelegenheit die Zuhörer zu inspirieren. Es ist auch eine gute Gelegenheit dem Anlass eine spezielle Note zu verleihen. Mit dieser positiven Einstellung wirst Du automatisch besser reden.

Der Grundton soll immer positiv sein. Es geht bei einem Toast immer darum zu loben und oder jemandem zu gratulieren. Es soll niemanden peinlich sein oder werden.

Schau immer wieder die zu ehrende Person oder das Publikum an. Sprich: mach Blickkontakt.

Ein Beispiel für einen Toast

[Aufstehen, in die Runde schauen, wenn nötig ans Glass klopfen]

„Ich möchte auf Weihnachten einen Toast ausbringen.

Als Vater von vier Kindern sehe ich Weihnachten anders als früher. Ich erinnere mich noch gut an Weihnachten bei Mima [meiner Grossmutter] in Luzern. Wir feierten immer einen Tag bei ihr zusammen mit unseren Onkeln, Tanten und Cousins. Wir Kinder wurden gebeten das Wohnzimmer zu verlassen, denn das Christkind würde kommen und die Geschenke unter den Baum legen. Wir waren natürlich gespannt und neugierig was es an Geschenken geben würde. Als es dann soweit war, klingelte meine Grossmutter mit einem kleinen Glöcklein. Wir durften ins Wohnzimmer. Der Baum war wunderschön geschmückt, mit echten Kerzen, mit Lametta und Schoko-Tannenzapfen.

Weshalb erzähle ich diese Geschichte? Mir war damals nicht klar was für ein Privileg es ist gemeinsam Weihnachten in der Familie zu feiern. Es ging mir primär um die Geschenke. Heute, viele Jahre später, empfinde ich Weihnachten als eine wunderbare Gelegenheit, um mit der Familie zusammen zu kommen. Und Zeit zusammen zu verbringen mit seinen Liebsten und Nächsten. Ich habe verstanden, weshalb Weihnachten das Fest der Liebe genannt wird. Es geht um weit mehr als physische Geschenke.

Lasst uns anstossen auf die Familie, auf die Liebe, auf Weihnachten und darauf, dass wir hoffentlich jedes Jahr gemeinsam Weihnachten feiern können.“

Jetzt bist Du dran.

Nutze die Adventszeit, Weihnachten oder Neujahr und bringe einen Toast aus. Ich bin mir sicher, das wird dem Anlass eine positive Note verleihen. Ich wünsche Dir viel Erfolg.

Auf Deine zukünftigen Toasts!

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Die Pause ist ein wichtiges rhetorisches Mittel.

Die Pause: Eines der stärksten Geheimnisse der Rhetorik

Nicht optimal: der ICE

Die meisten unter uns haben es auch schon erlebt: Derjenige, der präsentiert, spricht so schnell, dass ihm keiner folgen kann. Ich nenne ihn den ICE. Er fährt so schnell von A nach B, dass er sich keine Zeit nimmt um irgendwo anzuhalten. Selbst an den wenigen Stationen, an denen er hält, fährt er gleich weiter. Nach einer halben Stunde mit Höchstgeschwindigkeit bin ich völlig erschöpft. Und der Rest des Publikums ebenso. Woher mag das kommen?

Vermutlich kommt es daher, dass sich der Redner zu wenig gut vorbereitet hat. Er merkt nach dreiviertel der Zeit, dass er erst die zweite von 10 Folien gezeigt hat. Da denkt er sich: „Oh, ich will den Rest ja auch noch erzählen und zeigen, also gebe ich einfach mehr Gas.“ Und damit spricht er fortan doppelt so schnell wie vorher und hängt alle ab. Nicht gut.

Die Pause

Die Pause ist ein wichtiges rhetorisches Mittel.Eines der stärksten Geheimnisse der Rhetorik ist die Pause. Sie wird völlig unterschätzt. Zu Unrecht. Denn die Pause erlaubt es dem Publikum erst darüber nachzudenken, was der Speaker eben grade gesagt hat. Sie eignet sich besonders gut in dem Moment, in dem er etwas Wichtiges gesagt hat. In meinen Rhetorik-Trainings zeige ich das sehr eindrucksvoll anhand des Beispiels von Martin Luther King und seine Rede „I have a dream“. Insbesondere zu Beginn benutzt er viele Pausen.

Insbesondere wenn du zu denjenigen gehörst, die sehr schnell sprechen, eignet sich die Pause besonders gut.

Keine Angst vor der Pause

Manche fürchten sich vor der Pause. Deshalb machen sie entweder gar keine oder sie füllen sie mit einem Füller – meistens einem Äh.

Zitat Skipwith Pause

Es gibt Rhetorik-Autoren, die sagen, eine Pause darf bis zu sieben Sekunden lang sein. Für den Redner mag das wie eine Ewigkeit erscheinen – dem Publikum aber fällt das nicht auf. Lassen wir es die Hälfte von sieben Sekunden sein. Dann ist es in keinem Fall ein Problem. Im Gegenteil.

 

Dem Publikum gibt sie die Gelegenheit mitzudenken.

Die Übung

Wenn du deine nächste Präsentation probst, kannst du wunderbar üben Pausen zu machen. Zähl nach jedem Absatz auf 3, am besten mit deinen Fingern. Dadurch bist du sicher, dass du auch eine genügend lange Pause machst. In der Live-Präsentation wirst du dann vermutlich wenigstens eine Sekunde Pause machen.

 

Wenn Du Dich an diesen Tipp hältst, wirst Du mehr aus Deinen Präsentationen herausholen. Ich wünsche Dir dabei viel Erfolg.

 

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Feedback einholen

Feedback einholen: Methoden

Feedback einholenIm Blogbeitrag Üben und proben für die perfekte Präsentation habe ich über den Unterschied von Üben und Proben geschrieben. Beide helfen eine perfekte Präsentation zu halten. Darüber hinaus ist natürlich Feedback sehr wertvoll. In diesem Blogbeitrag erfährst Du mehr als fünf Ideen, wie Du besseres Feedback einholen kannst.

Selbstfeedback

Erst mal kannst Du Dir selber Feedback geben. Während Du Deine Präsentation hältst, wirst Du mit ziemlicher Sicherheit bereits Worte, Sätze oder ganze Passagen entdecken, die Du beibehalten und andere, die Du ändern willst. Du kannst ausserdem erkennen wie gut Du das Zeitmanagement im Griff hast. Ausserdem werden Dir möglicherweise logistische Herausforderungen auffallen.

Videofeedback

Verstärken kannst Du das Selbstfeedback, indem Du Dich selber auf Video aufnimmst. Nutze Dein Smartphone dafür. Das einzige was Du brauchst, ist ein Stativ.

Dich selbst auf Video anzuschauen behagt Dir nicht?

Zitat Feedback Smartphone Skipwith

«Schrecke nicht vor Videoaufnahmen zurück. Denn was Du dort hörst und siehst, mutest Du ja auch Deinem Publikum zu.» Thomas Skipwith

Eigenbild – Fremdbild

Nachdem Du Dein Eigenbild geprüft hast, empfiehlt es sich zu erfahren, wie es mit dem Fremdbild aussieht. Sehen andere die gleichen Stärken, die gleichen Verbesserungspotentiale? Sehen Sie etwas anderes?

Frage doch einen Kollegen aus der eigenen und aus einer anderen Abteilung, was sie von Deiner Präsentation halten. Selbstverständlich kannst Du einen professionellen Rhetorik-Coach befragen. Bei Präsentationen, die besonders wichtig sind, ist das sicherlich sinnvoll. Doch in vielen Fällen wirst Du bereits mit dem Feedback eines Kollegen wertvolle Rückmeldungen erhalten.

Feedback einholen: vorher und nachher

Bisher habe ich davon gesprochen wie Du Dich bereits vor Deinem Auftritt verbessern kannst. Selbstverständlich kannst Du diese Ideen auch nachher brauchen.

  1. Überlege Dir nach der Präsentation was Du wieder und was Du anders machen würdest.
  2. Besprich die Präsentation mit einem Kollegen. Was hat ihm gefallen, was nicht?
  3. Schau Dir die Videoaufnahme an, die Du mit dem Smartphone gemacht hast.

Feedback: Schriftlich ist empfehlenswert.

Feedback einholen schriftlich

Feedback erhalten von anderen ist so eine Sache. In vielen Fällen erhältst Du entweder gar kein Feedback (sondern nur ein leichtes Klopfen auf die Schulter), nur positives oder nur negatives Feedback. Dies ist insbesondere der Fall, wenn der Feedback-Prozess mündlich abläuft. Nach der Präsentation sind nämlich viele bereits verplant und eilen an die nächste Sitzung. In diesen Fällen reicht es gerade mal für ein kurzes Danke. Dann sind sie weg.

Hier greifen zwei Ideen:

  1. Du verabredest Dich bereits vor Deiner Präsentation mit jemandem, der sich danach noch ein bisschen Zeit für dich nimmt.
  2. Du drückst vor der Präsentation einem oder zwei deiner Zuhörer ein Blatt in die Hand auf dem steht: Bitte schreibe mir 2 Punkte auf, die dir gefallen haben und 2 Punkte, die ich hätte besser oder anders machen können.

Im letzteren Fall wirst du sowohl positives wie auch negatives Feedback erhalten. Das wird Deine Lernkurve dramatisch steigern.

Wenn Du Dich an diese Tipps hältst, wirst Du mehr aus Deinen Präsentationen herausholen. Ich wünsche Dir viel Erfolg.

 

P.S.: Falls Du (mal wieder) Feedback von einem Profi haben möchtest, dann schreibe Dich für eines meiner Rhetorik-Trainings ein. Das nächste intensive Rhetorik-Training ist am 6. und 7. Dezember in Zürich (Garantierte Durchführung).

Üben und proben für die perfekte Präsentation

Viele wollen eine perfekte Präsentation hinlegen, aber den notwendigen Aufwand dafür nicht betreiben. Gehörst Du dazu? Wenn nicht, dann wird Dich dieser Beitrag «Üben und proben für die perfekte Präsentation» ziemlich sicher weiterbringen.Üben und proben für die perfekte Präsentation

Unterschied zwischen üben und proben

Präsentations-Coach Chris Davidson von Active Presence unterscheidet zwischen üben und proben. Diese Unterscheidung halte ich aus didaktischen Gründen für sinnvoll. Denn bisher habe ich die beiden Worte als Synonyme benutzt.

Was ist üben?

Üben heisst im hier gemeinten Sinn einzelne Teile der Präsentation laut zu sprechen. So lohnt es sich beispielsweise besonders den Anfang und Schluss zu üben. Das kann auch bedeuten, dass Du Deine Hauptbotschaft oder Deinen ersten Satz 20-mal sagst.

Mein Klavierlehrer hat mir immer empfohlen: Übe lieber jeden Tag 20 Minuten als an einem Tag 3 Stunden. Das ist auch ein guter Tipp für Präsentationen. Übe über mehrere Tage verteilt, als nur an einem Tag die ganze Präsentation.

Was ist proben?

Proben bedeutet, dass Du die gesamte Präsentation hältst mit allem Drum und Dran ausser dem Publikum. Wenn Du stolperst, tue so als wäre es der Ernstfall und finde spontan eine Lösung. Genau so könnte es ja im Ernstfall auch passieren.

Vielleicht denkst Du nun: «Wie bitte, ich soll die ganze Präsentation von 45 Minuten vorher schon proben?! Soviel Zeit habe ich nicht.» Diese Denkweise ist natürlich berechtigt im Hinblick auf eine dichtgedrängte Agenda. Aber Du solltest auch bedenken, dass je wichtiger die Präsentation ist, umso mehr wird es sich lohnen, die Präsentation sogar mehrmals zu proben. Erinnere Dich auch an diese Empfehlung, wenn Du planst eine Gruppenpräsentation zu halten. Gruppenpräsentationen brauchen zusätzliche Zeit für die Probe.

Und hier mein Geheimtipp:

«Wenn es möglich ist, probe dort, wo die Präsentation stattfinden wird.»
Thomas Skipwith

Feedback

Selbstverständlich wird Deine Präsentation noch besser, wenn Du Dir Feedback einholst. Mehr zum Thema Feedback werde ich in einem der nächsten Beiträge teilen.

Auch wer nur übt oder nur probt, wird sicher eine bessere Präsentation halten, als jemand, der weder noch tut. Wer aber die perfekte Präsentation halten will, sollte sowohl üben, proben als auch Feedback einholen.

Wenn Du Dich an diese Tipps hältst, wirst Du mehr aus Deinen Präsentationen herausholen. Ich wünsche Dir viel Erfolg.

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