Beginn eines Rennens als Analogie für den Beginn einer Präsentation

Wann beginnt eine Präsentation?

Beginn eines Rennens als Analogie für den Beginn einer PräsentationViele denken eine Präsentation beginnt mit dem ersten Wort. Gute Idee, aber falsch. Die Präsentation beginnt spätestens dann, wenn die Aufmerksamkeit auf den Redner gelenkt wird. Meistens ist das der Zeitpunkt, an dem er sich wesentlich bewegt. Also sobald er aufsteht, richten sich alle Augenpaare auf ihn.

Kürzlich habe ich ein Interview von Brian Walter mit Connie Podesta im Podcast «Voices of Experience» der National Speakers Association NSA gehört. Connie (www.conniepodesta.com) stellt sich dabei auf den Standpunkt, dass die Präsentation noch viel früher beginnt. Sie ist der Meinung, dass sie nicht auf der Bühne, sondern bereits beim ersten Kontakt mit dem potenziellen Kunden beginnt.

Wie meint sie das?

Noch bevor sie mit dem potenziellen Kunden telefoniert, recherchiert sie den Kunden. Sie sucht nach einer Geschichte, mit der sie eine gute Verbindung zum Event Organisator schaffen kann. Sie bringt zwei Beispiele.

Beispiel 1: Conny erzählte dem Event Organisator von McDonalds ihre persönliche Geschichte mit McDonalds. Sie ist in der derselben Stadt gross geworden in der McDonalds sein erstes Geschäft eröffnet hat. Ihr Vater hat sie und die Familie öfters mit einer weissen Tüte von McDonalds überrascht. Noch heute liebt sie es am Flughafen zu McDonalds zu gehen, um dort einen Vanilla Latte zu trinken.

Beispiel 2: Als sie mit dem Event Organisator von Walmart telefonierte, teilte sie die Geschichte ihres Vaters. «Mein Vater war schon immer Walmart-Fan und freute sich an Weihnachten immer am meisten über den Walmart-Gutschein von mir als Geschenk. Als er gestorben war, fand ich einen noch gültigen Gutschein in einer Jackentasche meines Vaters. Ich habe lange überlegt, was ich damit kaufen soll. Daraufhin habe ich bei Walmart einen Bilderrahmen für ein Bild von mir mit meinem Vater gekauft. Das Bild und der Rahmen stehen hier vor mir auf dem Schreibtisch.»

Übrigens, beide Male wurde Connie aufgefordert die jeweilige Geschichte während ihrem Auftritt zu erzählen.Thomas Skipwith im Interview mit Bruno Erni

Was kannst Du daraus für Deine eigenen Präsentationen mitnehmen?

  1. Die Präsentation fängt nicht erst auf der Bühne an, sondern lange vorher.
  2. Das Telefongespräch ist wie eine kurze Demo-Präsentation. Du zeigst wie gut Du den Kunden verstehst. Der Kunde hört, ob er sich mit Deiner Art wohl fühlt.
  3. Die Geschichte kannst Du, sofern du gebucht wirst, für Deinen Auftritt beim Kunden einsetzen

Wer sich den Beitrag auf Deutsch anhören möchte, kann dies auf www.thomas-skipwith.com/podcasts tun: April 2018, Minute 26:12. (Und: Im Interview von Bruno Erni mit mir gibt es weitere spannende Beiträge.)

Wer das Original des Beitrags von Connie Podesta auf Englisch hören möchte, lädt sich am besten die VoE-App runter und hört sich die April 2018-Ausgabe von «Voices of Experience» an.

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Zwei Schwerter, die sich kreuzen als Analogie für die Frage, was besser ist: PowerPoint oder Prezi

Was ist besser: PowerPoint oder Prezi?

Ich werde öfter gefragt, ob ich PowerPoint oder Prezi besser finde. Auf diese Frage gibt es leider keine eindeutige Antwort. In typischer Beratermanier antworte ich dann: «Es kommt darauf an.» Es lässt sich nicht eindeutig sagen, welche Software besser ist, denn beide haben ihre Vorzüge.

PowerPoint

Zwei Schwerter, die sich kreuzen als Analogie für die Frage, was besser ist: PowerPoint oder PreziPowerPoint ist vermutlich allen Lesern dieses Trainingletters bekannt. Wer präsentiert schon ohne PowerPoint?! Dennoch lohnt es sich kurz darüber nachzudenken, was PowerPoint ausmacht.

  • Die Software folgt der gleichen Logik wie die anderen Microsoft Programme Word und Excel. Entsprechend einfach empfinden viele die Bedienung.
  • Du schreibst und zeichnest Seite für Seite (Folie für Folie) – ähnlich wie in einem Buch.
  • Es ist der De-Facto-Standard in der Geschäftswelt. Praktisch alle Laptops haben die Software installiert und an Konferenzen wirst Du damit wenig Schwierigkeiten haben.
  • Die Software ist lokal auf dem Laptop/Computer installiert. Du brauchst keine Internetverbindung um Deine Präsentation zu halten (im Unterschied zu Prezi).
  • PowerPoint für Windows versteht sich ausgezeichnet mit den meisten Beamern. (Die Version für Mac ist mit Vorsicht zu geniessen. Ausserdem hat die Mac-Version weniger Funktionen.)
  • https://products.office.com/de-ch/powerpoint

Prezi

Die Logik folgt einem anderen Muster. Prezi wurde von Architekten Adam Somlia-Fischer entwickelt, der seine Zuschauer auf einem Plan einerseits eine Übersicht, andererseits aber auch die Details zeigen wollte – ohne die Übersicht zu verlieren. Dieser Logik folgend findest Du in Prezi nicht einzelne Seiten wie in PowerPoint, sondern eine einzige, unendlich grosse, Fläche. Auf dieser kannst Du ein- und auszoomen. Auf diese Weise kannst Du auf einer Karte nach Belieben die Übersicht und die Details sehen – ähnlich wie wenn Du bei Google Maps ein- und auszoomst.

  • Prezi ist als cloud-basierte Anwendung konzipiert, damit von überall her darauf zugegriffen werden und die Dateien einfach geteilt werden können. Entsprechend braucht es eine funktionierende Internetverbindung. (Allerdings gibt es gegen Aufpreis eine Version, die sich runterladen lässt. Damit lassen sich Probleme in Hotels mit schlechter Internetverbindung mildern.)
  • Es eignet sich ausgezeichnet um beispielsweise Touristen einen Stadtplan zu erklären oder einen Grundriss eines Produktionsstrasse zu präsentieren.
  • Prezi erfüllt das Kriterium mal etwas Anderes als alle anderen zu machen. Insofern kann es eine gute Abwechslung sein und damit die Aufmerksamkeit des Publikums erhöhen.
  • Wenn an einer Konferenz alle anderen Speaker PowerPoint benutzen und Du präsentierst mit Prezi, wirst Du zusätzliche technische Hürden überwinden müssen.
  • Teilnehmerunterlagen herzustellen ist schwierig.
  • Wer Prezi schlecht anwendet, provoziert bei seinem Publikum schon mal Übelkeit. (Ich hatte auch schon das Gefühl, ich sei auf einer Achterbahn.)
  • Die Software braucht (wie jede Software) eine mehr oder weniger grosse Einarbeitungszeit.
  • https://prezi.com

Was kannst Du daraus für Deine eigenen Präsentationen mitnehmen?

  1. Beides sind gute Werkzeuge. Entscheidend ist, dass sie richtig eingesetzt werden.
  2. Es ist also nicht die Frage von «entweder-oder», sondern davon welches Werkzeug Deinen Zweck am besten erfüllt.
  3. Benutze ein Werkzeug richtig – und es bewirkt viel.

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Oprah Winfrey

Oprah Winfrey begeistert ihr Publikum

Oprah Winfrey erhält den Cecil B. de Mille Award während den Golden Globe Awards 2018

Oprah Winfrey„Es war 1964. Ich war noch ein kleines Mädchen. Ich sass auf dem Linoleum-Boden im Haus meiner Mutter und verfolgte die Oscar-Verleihung im Fernsehen“ (0:50). Mit diesen Worten beginnt Oprah Winfrey ihre Rede. Die Details (kalter Boden, weisse Krawatte und schwarze Haut) lassen die Begebenheit aufleben. Sie schildert den Moment, als Sydney Poitier als erster schwarzer Mann einen Oscar als bester Schauspieler gewann. Für das kleine Mädchen, das damals die Oscars von den „billigen Sitzplätzen“ aus verfolgte, bedeutet das sehr viel. Dieser persönliche Rückbezug macht die Rede sehr emotional.

1982 hat Sydney Poitier den Cecil B. de Mille Award bei den Golden Globes bekommen – den Award den nun Oprah Winfrey als erste schwarze Frau entgegennehmen darf. Sie macht geschickt darauf aufmerksam, dass auch jetzt wieder kleine Mädchen zuschauen. So nimmt sie doppelt Rückbezug zu etwas was sie vorher schon erwähnt hat: Erster schwarzer Mann/Frau, kleine Mädchen.

Einsatz vieler rhetorischer Mittel

Oprah Winfrey wechselt während ihrer Rede öfter das Tempo. Sie spricht von der Hollywood Press Association, die in diesen Tagen besonders viel zu tun hat: Nämlich die absolute Wahrheit aufzuzeigen, Korruption und Gesetzwidrigkeit aufzudecken. Ihre Gestik unterstützt das Gesagte: „Was ich sicher weiß, ist, dass die Wahrheit das stärkste Werkzeug ist, das wir besitzen“, betont sie. Die Frauen, die mit ihren Geschichten an die Öffentlichkeit gegangen sind, respektiere sie besonders. „In diesem Jahr sind wir zur Geschichte geworden“, sagt sie. Das Wort „Geschichte“ wiederholt sie dreimal. Sie versucht, den Blickkontakt mit dem Publikum zu halten – doch manchmal geht er wegen der breitrandigen Brille verloren.

Weiter geht sie auf die #metoo-Kampagne ein, indem sie die Geschichte der vergewaltigten Recy Taylor und derjenigen Frau, die sich um den Fall gekümmert hat, Rosa Parks, erzählt. Ihre starke Botschaft überbringt sie mit einer Anapher: „Ihre Zeit ist um!“ – „Their time is up!“ Sie wiederholt diesen Satz dreimal, während die Menschen im Publikum von ihren Sitzen gerissen werden und schallenden Beifall spenden.

Oprah schliesst den Kreis durch den erneuten Rückbezug zu den kleinen Mädchen. Sie wendet sich an alle Mädchen, die zuschauen, um ihnen Hoffnung zu geben: „Ein neuer Tag steht an“. „Und dieser Tag wird wunderbar sein, gerade wegen den wunderbaren Frauen und einigen phänomenalen Männern, die dafür sorgen werden, dass niemand jemals sagen muss: „Ich auch!“ (me too)

Was kannst Du daraus für Deine eigenen Präsentationen mitnehmen?

  1. Erzähle persönliche Geschichten.
  2. Mach Rückbezüge.

Hier geht es zum Video der Rede von Oprah Winfrey während den Golden Globe Awards 2018.

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Bernd Baumann Nazi Karte

Die Nazi-Karte, gezogen von der AfD

Bernd Baumann Nazi KarteAfD-Politiker Bernd Baumann zieht die Nazi-Karte – und das bei der ersten AfD-Rede im Deutschen Bundestag. Damit hat er mit Sicherheit mindestens seine Basis überzeugt. In seiner Rede kritisiert Baumann die am Ende der vorherigen Legislaturperiode getroffene Entscheidung, den Alterspräsidenten nicht mehr nach Lebens-, sondern nach Dienstjahren zu bestimmen. Mit dem Ziel, dass nicht ein AfD-Abgeordneter die erste Sitzung eröffnen darf.

„Nur 1933 hat Hermann Göring die Regel gebrochen, weil er den politischen Gegner ausgrenzen wollte. Wollen sie sich auf solch schiefe Bahn begeben? Kommen sie zurück auf die Linie der deutschen Demokraten”, betont Baumann. Eine rhetorisch richtig gut vorbereitete Rede, bei der Baumann vom regelmäßigen Applaus seiner Parteimitglieder unterstützt wird. Mehr noch: Der Politiker geht in seiner Rede auch auf die Presseberichte ein, laut deren diese Entscheidung „kein gutes Licht auf die parlamentarische Kultur in Deutschland“ (Fokus) werfe. Und das, obwohl die Presse „nicht mehrheitlich der AfD gewogen ist“, so Baumann.

Geschickt nimmt er Elemente aus der deutschen Geschichte und Tradition als unterstützende Argumente für seinen Standpunkt.

Wiederholungen und Abschluss

„Wie groß? Wie groß muss die Angst vor der AfD sein?“ wiederholt Baumann. Das Sahnehäubchen auf der Torte stellt der Schluss der Rede dar: In nur einem Satz zählt Baumann alle Themen auf, die seiner Partei wichtig sind. „Von dieser Stunde an werden hier Themen neu verhandelt. … künftig auch über Euro, gigantische Schuldenaufnahmen, gigantische Einwanderungszahlen, offene Grenzen und immer brutalere Krimialität auf unseren Straßen, meine Damen und Herren“, sagt Baumann.

Was kannst Du daraus für Deine eigenen Präsentationen mitnehmen?

  1. Benutze Analogien, auch solche aus der Geschichte Deines Landes.
  2. Mach verbales Judo und nimm einen Vorwurf, der Dir oft gemacht wird und dreh ihn um.
  3. Sorge dafür, dass Du im Publikum Personen hast, die dich unterstützen.
  4. Fasse in einem letzten Satz alles nochmals zusammen.

Hier geht es zum Video in dem Bernd Baumann, AfD, die Nazi-Karte zieht.

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Besinnliche Stimmung: Kerze

Weihnachten – einmal besonders besinnlich

Besinnliche Stimmung: KerzeEin gelungenes Weihnachtsfest umfasst für die meisten von uns ganz viele Elemente: das spezielle Essen, die passende Dekoration, die festliche Musik, die schöne Kleidung, die geladenen Gäste, die besinnlichen Geschichten … Womit wir auch schon beim Thema dieses Beitrags sind: besinnliche Geschichten.

Auch eine besinnliche Geschichte braucht mehrere Elemente, damit sie gut ankommt. Eines der Elemente, das meines Erachtens nicht vergessen werden sollte, ist die Beleuchtung. Wie wäre es, wenn Du dieses Jahr

  1. eine Geschichte erzählen und
  2. vor Beginn das gewöhnliche Licht durch Kerzenlicht ersetzten würdest?

Das Kerzenlicht wird Deiner Geschichte eine ganz spezielle, besinnliche Stimmung bescheren.

Die Beleuchtung ist übrigens auch bei Geschäftspräsentationen oft ein (vernachlässigtes) Thema. Eben wieder gesehen: Der Referent hat die Beleuchtung der Leinwand angelassen, so dass die Folien kaum lesbar waren. Das hat zwar nichts mit Besinnlichkeit zu tun, aber damit, dass die Botschaft je nach Beleuchtung mehr oder weniger gut ankommt.

In diesem Sinn wünsche ich Dir und Deinen Liebsten eine besinnliche und frohe Weichnacht und einen fantastischen Rutsch ins Neue Jahr.

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Rita Pierson

Jedes Kind braucht ein Vorbild.

Rita PiersonRita F. Pierson legt in einem TED-Vortrag dar, dass jedes Kind ein Vorbild braucht. Sie selbst kommt aus einer Familie von Lehrern. Dass dem so ist, macht sie gleich im ersten Satz klar. Und stellt damit einen persönlichen Bezug zum Thema her. Der Einleitungssatz enthält gleich drei Mal das Wort «Schulhaus». Das wirkt nicht nur witzig, sondern etabliert sie auch gleich als Expertin. Es gibt ihr Glaubwürdigkeit. Insbesondere ihr realitätsbezogener Humor lässt den Funken auf ihre Zuhörer überspringen.

Sie knüpft auch an die Erfahrungen der Zuhörer an, wenn Sie Kernsätze sagt, wie: «Kinder lernen nicht von Leuten, die sie nicht leiden können“. Entsprechend wichtig sind Beziehungen. Leider werde das in der Schule nur allzu oft vergessen. Vermutlich pflichtet ihr jeder im Publikum bei.

Sie unterstreicht die Behauptung mit zwei Zitaten. Eines von James Comer: „Kein signifikantes Lernen kann ohne eine signifikante Beziehung auftreten“ und eines von George Washington-Carver: „Alles Lernen ist das Verstehen von Beziehungen“. Etwas später nimmt sie das Thema Beziehungen wieder auf und schildert ein ergreifendes persönliches Beispiel von der Beerdigung ihrer Mutter.

In ihrem Vortrag setzt sie auch die direkte Rede ein. Sie erzählt von einem Schüler, der nur 2 von 20 Aufgaben richtig gelöst hat. Sie spielt die Szene nach. Dabei imitiert sie die Stimme des Schülers und überzeichnet ihren Gesichtsausdruck.  Sie schafft es dadurch, trotz oder gerade wegen der miserablen Leistung des Schülers, das Publikum zum Lachen zu bringen, ohne den Schüler bloss zu stellen. Das ist sehr witzig und macht das Publikum empfänglich für ihre Botschaft.

Es ist gar nicht so schwierig, Piersons Redetechniken in deinem eigenen Vortrag anzuwenden. Hier eine Auswahl von drei Techniken, die sie in ihrer Rede eingesetzt hat.

  1. Formuliere einen ersten Satz, der nicht nur witzig ist, sondern auch gleich Deine Glaubwürdigkeit stärkt.
  2. Unterstreiche Deine Aussagen mit Zitate von bekannten Menschen.
  3. Spiele Szenen aus dem echten Leben nach u.a. in dem Du direkte Rede einsetzest.

Hier geht es zum Video von Rita Pierson. Das Video ist etwa 8 Minuten lang. Sehr inspirierend.

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Günter Pauli

Interaktion mit dem Publikum: Aufstehen

Das oberste Gebot der Rhetorik lautet: “Du darfst nicht langweilen!” Denn das führt schon mal dazu, dass das Publikum einschläft. Um dem entgegenzuwirken, lohnt sich eine Interaktion mit dem Publikum.

Gunter Pauli: Interaktion mit dem PublikumManche Situationen sind einfacher als andere, um die Zuhörer bei der Stange zu halten. Gerade bei steigenden Temperaturen – derzeit ist es bei mir im Büro fast 30 Grad – und bei sich-in-die-Länge-ziehenden-Sitzungsmarathons kann es schon mal sehr schwierig sein die Zuhörer und Sitzungsteilnehmer soweit zu kriegen, dass sie (weiterhin) die Ohren spitzen. Karem Albash, ein Kollege aus der GSA, hat mich auf ein schönes Video auf YouTube aufmerksam gemacht, in dem diese Problematik meisterhaft gelöst wird. Es ist ein Videoausschnitt aus dem Entrepreneurship Summit 2014 in Berlin. Auch wenn dieser Anlass schon ein wenig zurück liegt, kann meines Erachtens jeder etwas daraus lernen.

Im Video sehen wir Gunter Pauli, Unternehmer und Designer und Mitgründer von The Blue Economy. Er ist einer von vielen Rednern. Was macht Gunter Pauli, damit das Publikum wieder aufwacht?

  1. Gunter Pauli ist bester Laune.
  2. Er sprüht vor Energie.
  3. Er tritt in Interaktion mit dem Publikum.

Insbesondere finde ich den dritten Punkt erwähnenswert. Auch wenn natürlich die ersten beiden Punkte Voraussetzung dafür sind, dass der dritte Punkt erfolgreich sein kann. Nämlich: Er bringt das Publikum dazu aufzustehen. Im ersten Moment scheint es ihm noch nicht mit allen Zuschauern zu gelingen. Er gibt aber nicht auf: Er insistiert. Das Publikum scheint ihm zu folgen. Zumal er ja zu einem späteren Zeitpunkt das Publikum dazu auffordern muss, sich wieder hinzusetzen. Akustisch nehmen wir wahr, dass das Publikum Spass hat mitzumachen. Ja, oft ist es so: das Publikum will Spass haben oder mindestens gut unterhalten werden. Eben keine Langeweile. Wie eingangs beim obersten Gebot der Rhetorik erwähnt. Und genau hierzu ist eine Interaktion mit dem Publikum ideal.

Ausserdem ist der dritte Punkt deshalb interessant, weil er dem Publikum hilft einen anderen Standpunkt einzunehmen. Das trägt dazu bei, dass das Publikum bereit ist, neue Gedankengänge zu gehen.

Weshalb nicht selber mal in einer Sitzung oder bei einer Konferenz das Publikum dazu auffordern aufzustehen, sich zu strecken und sich zu bewegen?

Hier geht es zum Video von und mit Gunter Pauli

Die Sequenz dauert nur 40 Sekunden (00:07 – 00:47). Schaue Sie Dir an.

Wie immer: Übung macht den Meister. Nur wenn Sie sich die Mühe machen, die Tipps umzusetzen, haben Sie die Chance eine gute Dankesrede zu halten.

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Die richtige Kopfstellung: Rhetorik-Tipp zur Körpersprache

Die richtige Kopfstellung entscheidet über Chef oder Untertan. Die richtige Kopfstellung beeinflusst, ob Du von Deinem Publikum als selbstsicher oder unterwürfig wahrgenommen wirst. Ähnlich wie im Tierreich. Im Video „Unterwirf Dich nicht unnötig“ siehst Du wie Du es machen und lassen sollst.

Die richtige Kopfstellung

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Wie immer: Übung macht den Meister. Nur wenn Du den Tipp zu Herzen nimmst, wird es Deinem Publikum beim nächsten Mal leichter fallen Dir seine Aufmerksamkeit zu schenken.

Einen weiteren Tipp zur Körpersprache findest Du hier.

Falls Du regelmässig die wichtigsten Tipps und Tricks für Deine Präsentationen haben möchtest, dann schreibe Dich in unseren Trainingletter ein.

Ich wünsche Dir viel Erfolg!

Thomas Skipwith

P.S.: Weitere Tipps zu überzeugenden Präsentationen gibt es im Buch “Der Wurm muss dem Fisch schmecken“.

Unvorbereitet reden: Kannst Du das?

Wenn Du nicht jederzeit unvorbereitet reden kannst, dann könnte dieses von mir neu entwickelte Training etwas für Dich sein. Du wirst lernen, wie DuUnvorbereitet reden ohne Qual!

  • Spontan zu jedem Thema etwas sagen kannst,
  • Entscheidest, wann Du besser nichts sagst,
  • nie mehr sprachlos sein wirst,
  • verstärkt Deiner Führungsrolle im Team und als Vorgesetzter gerecht wirst,
  • Dich nicht mehr ärgern wirst, dass Dir die gute Antwort erst auf dem Heimweg in den Sinn kommt,
  • Gut aussehen wirst,
  • bei Deinen Mitarbeitern, bei der Presse und bei den Zuhörern in Erinnerung bleiben wirst,
  • Spass haben wirst,
  • Die Stegreif-Techniken richtig einsetzen musst für eine maximale Wirkung,
  • Selbstsicherer auftreten wirst.

Lass Dich vom mehrfachen Schweizer- und Europameister der Stegreifrede erklären, wie Du in Zukunft gekonnte unvorbereitet reden kannst. Jeder kann nach diesem Training eine Stegreifrede halten, die Hand, Herz und Verstand hat.

Wer sich mehr als 2 Monate vorher anmeldet, erhält “Das kleine Buch der Stegreifrede” gratis dazu.

Dieser Rhetorik-Kurs findet nur 1 – 2x im Jahr statt.

Weitere Infos und Anmeldung.

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Wie immer: Übung macht den Meister. Nur wenn Du den Tipp zu Herzen nimmst, wird es Deinem Publikum beim nächsten Mal leichter fallen Dir seine Aufmerksamkeit zu schenken.

Demnächst gibt es wieder eine neue Folge wie Du die Körpersprache für Präsentationen optimal einsetzen kannst. Falls Du das nicht verpassen willst und die wichtigsten Tipps und Tricks für Deine Präsentationen haben möchtest, dann schreibe Dich in unseren Trainingletter ein.

Ich wünsche Dir viel Erfolg!

Thomas Skipwith

P.S.: Weitere Tipps zu überzeugenden Präsentationen gibt es im Buch “Der Wurm muss dem Fisch schmecken“.

Schweizer reden schlecht. Warum?

Schweizer reden schlechtSchweizer reden schlecht. Stimmt das? Wenn es darum geht herausragende Redner zu nennen sind Schweizer praktisch nie dabei. Wenn es um ein schlechtes Beispiel geht, dann schon: Ein Schweizer Redner der Berühmtheit erlangt hat war Bundespräsident Johann Schneider-Ammann. Seine Rede mit dem Thema Humor zum Tag der Kranken 2016 war so humorlos, dass er es ins französische (Canal+) und amerikanische Fernsehen gebracht (Last Week Tonight) hat. Wer die Rede nicht gesehen hat, sollte sie sich auf Youtube anschauen.

Woran kann es liegen, dass Schweizer grossmehrheitlich schlechte Redner sind? Es gibt keine handfesten Beweise. Allerdings gibt es meines Erachtens viele plausible Erklärungen dafür. Eine Spurensuche:

  1. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. In der Schule wird zu wenig für die rhetorischen Fähigkeiten der Schüler getan. Möglicherweise deshalb, weil die Lehrer selbst in diesem Fach ebenfalls nicht besonders stark auf der Brust sind.
  2. Die Schweizer haben kaum einheimische Vorbilder. Es gibt niemanden wie einen Barack Obama oder Helmut Schmidt. Ganz im Gegenteil: die meisten Präsentationen und Reden machen einem Valium in seiner einschläfernden Wirkung Konkurrenz.
  3. Die mentale Einstellung vieler Schweizer ist falsch. Sie glauben die Gabe des Wortes nicht zu haben. Dieses Selbstverständnis trägt nicht dazu bei besser zu werden.
  4. Die Schweizer haben einen sprachlichen Nachteil. Der Volksmund sagt: «Schweizerdeutsch ist keine Sprache, sondern eine Halskrankheit.» Die Schweizer lernen erst den Dialekt, dann eine oder mehrere Fremdsprachen. Das gereicht ihnen zwar einerseits zum Vorteil, andererseits führt das aber auch dazu, dass ihre fremdsprachige Eloquenz meistens nicht besonders ausgeprägt ist. Denn jede Sprache hat seine Eigenheiten. Bereits Hochdeutsch und Schweizerdeutsch haben unterschiedliche Ausdrücke, Grammatik und Redewendungen. Ganz zu schweigen von anderen Sprachen wie Französisch, Englisch oder Italienisch.
  5. In der Schweiz herrscht eine Null-Fehler-Kultur. Dies zeichnet zwar Dienstleistungen und Produkte aus, im sprachlichen Ausdruck aber verleitet das viele dazu lieber nichts zu sagen als etwas mit Fehlern. Dies zeigt sich an Redewendungen wie: “Ned lafere, sondern liefere.” Übersetzt: «Arbeiten, nicht quasseln!”
  6. Ein guter Redner erhält bei uns wenig Anerkennung. Meistens wird er eher verrissen, wenn er besonders gut spricht. Dies passiert insbesondere auch einem geschliffenen Redner aus dem nördlichen Nachbarland. Diesem empfehle ich dann mit Absicht ein paar Fehler einzubauen. Dadurch hebt er sich nicht zu stark von den Schweizer Zuhörern ab.
  7. Die Schweiz ist ein kleines Land. Es war immer und ist immer noch abhängig von den guten Beziehungen mit anderen Staaten. Einem kleinen Verhandlungspartner steht es meistens besser an leise zu treten. Das wiederum zeichnet auch die Schweizer Diplomatie aus. Entsprechend haben sich keine grossen Redner hervorgetan. Dies fängt schon an bei der Wahl von Bundesräten im Parlament. Es werden vermutlich eher solche genommen, die nicht das Gleichgewicht im Bundesrat stören.
  8. Und jetzt vermutlich die umstrittenste These, weshalb die Schweizer schlechte Redner sind. Der Ruf der Rhetorik wurde im deutschsprachigen Raum während der Nazizeit fast komplett zerstört. Gute Rhetorik hatte lange Zeit die Konnotation des Rattenfängers. 70 Jahre später ist es besser geworden. Viele haben erkannt, dass eine gute Rede viel bewegen kann. Auch im positiven Sinn. Wie sonst kann ich alle fünf Sinne der Hörer ansprechen? Wie sonst kann ich sie emotional berühren? Wo sonst entsteht so viel Energie wie wenn viele Leute zusammenkommen, einer auf der Bühne steht und spricht?

Es gibt Mittel und Wege, wie jeder besser werden kann. Ein Anfang ist schon mal gemacht, wer sich mit den häufigsten Fehlern auseinandersetzt. So dass sich die These “Schweizer reden schlecht” verwandelt in “Schweizern höre ich gerne zu”.

Ich wünsche Dir viel Erfolg!

Thomas Skipwith