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Die Pause: Eines der stärksten Geheimnisse der Rhetorik

31. Oktober 2018/von Thomas Skipwith

Nicht optimal: der ICE

Die meisten unter uns haben es auch schon erlebt: Derjenige, der präsentiert, spricht so schnell, dass ihm keiner folgen kann. Ich nenne ihn den ICE. Er fährt so schnell von A nach B, dass er sich keine Zeit nimmt um irgendwo anzuhalten. Selbst an den wenigen Stationen, an denen er hält, fährt er gleich weiter. Nach einer halben Stunde mit Höchstgeschwindigkeit bin ich völlig erschöpft. Und der Rest des Publikums ebenso. Woher mag das kommen?

Vermutlich kommt es daher, dass sich der Redner zu wenig gut vorbereitet hat. Er merkt nach dreiviertel der Zeit, dass er erst die zweite von 10 Folien gezeigt hat. Da denkt er sich: „Oh, ich will den Rest ja auch noch erzählen und zeigen, also gebe ich einfach mehr Gas.“ Und damit spricht er fortan doppelt so schnell wie vorher und hängt alle ab. Nicht gut.

Die Pause

Die Pause ist ein wichtiges rhetorisches Mittel.Eines der stärksten Geheimnisse der Rhetorik ist die Pause. Sie wird völlig unterschätzt. Zu Unrecht. Denn die Pause erlaubt es dem Publikum erst darüber nachzudenken, was der Speaker eben grade gesagt hat. Sie eignet sich besonders gut in dem Moment, in dem er etwas Wichtiges gesagt hat. In meinen Rhetorik-Trainings zeige ich das sehr eindrucksvoll anhand des Beispiels von Martin Luther King und seine Rede „I have a dream“. Insbesondere zu Beginn benutzt er viele Pausen.

Insbesondere wenn du zu denjenigen gehörst, die sehr schnell sprechen, eignet sich die Pause besonders gut.

Keine Angst vor der Pause

Manche fürchten sich vor der Pause. Deshalb machen sie entweder gar keine oder sie füllen sie mit einem Füller – meistens einem Äh.

Zitat Skipwith Pause

Es gibt Rhetorik-Autoren, die sagen, eine Pause darf bis zu sieben Sekunden lang sein. Für den Redner mag das wie eine Ewigkeit erscheinen – dem Publikum aber fällt das nicht auf. Lassen wir es die Hälfte von sieben Sekunden sein. Dann ist es in keinem Fall ein Problem. Im Gegenteil.

Dem Publikum gibt sie die Gelegenheit mitzudenken.

Die Übung

Wenn du deine nächste Präsentation probst, kannst du wunderbar üben Pausen zu machen. Zähl nach jedem Absatz auf 3, am besten mit deinen Fingern. Dadurch bist du sicher, dass du auch eine genügend lange Pause machst. In der Live-Präsentation wirst du dann vermutlich wenigstens eine Sekunde Pause machen.

Wenn Du Dich an diesen Tipp hältst, wirst Du mehr aus Deinen Präsentationen herausholen. Ich wünsche Dir dabei viel Erfolg.

Thomas Skipwith

P.S.: Wenn Du in Zukunft besser präsentieren möchtest, solltest Du meinen YouTube-Kanal abonnieren. Oder Du besuchst eines meiner Trainings.

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https://thomas-skipwith.com/wp-content/uploads/pause-button.jpg 397 659 Thomas Skipwith https://thomas-skipwith.com/wp-content/uploads/Logo-Thomas-Skipwith-white-3.png Thomas Skipwith2018-10-31 12:51:352022-01-28 21:27:02Die Pause: Eines der stärksten Geheimnisse der Rhetorik
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Er tritt regelmässig vor Publikum auf und hat schon fünf Mal die Rhetorik-Europameisterschaft gewonnen.

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