Du hast alles vorbereitet, die Folien sitzen, die Botschaft ist klar – und genau in dem Moment, in dem du mit deiner Präsentation startest, streikt die Technik. Der Beamer zeigt nichts an, der Ton funktioniert nicht oder die Fernbedienung reagiert einfach nicht.
Das ist ärgerlich. Aber noch ärgerlicher ist, wie viele Präsentierende in diesem Moment reagieren: hektisch klicken, wild Kabel umstecken, sich x‑mal entschuldigen – und damit die eigene Wirkung schwächen.
In diesem Beitrag zeige ich dir einen einfachen, aber wirkungsvollen Umgang mit Technikpannen, den ich schon in meiner Zeit als Unternehmensberater gelernt habe. Er hilft dir, ruhig zu bleiben, den Fehler zu finden und souverän weiterzumachen.
Tipp 1: Wiederhole den Fehler ganz bewusst
Das klingt zunächst kontraintuitiv: Wenn ein Fehler passiert, möchten wir ihn so schnell wie möglich loswerden. Doch gerade dann lohnt es sich, kurz innezuhalten – und den Fehler bewusst zu wiederholen.
Warum?
- Du erkennst, ob der Fehler reproduzierbar ist oder nur einmalig aufgetreten ist.
- Du kannst genauer eingrenzen, an welcher Stelle etwas schief läuft (z.B. beim Klick, beim Folienübergang, beim Starten eines Videos).
- Du wirkst ruhiger und analytischer, statt nervös und getrieben.
Ein Beispiel:
Du klickst auf „Nächste Folie“ – nichts passiert. Anstatt sofort andere Knöpfe zu drücken oder das Kabel zu ziehen, gehst du kurz zurück:
- Hat die Fernbedienung vorher funktioniert?
- Reagiert der Laptop auf Tasten, aber nicht auf den Klicker / die Fernbedienung?
- Tritt das Problem nur bei einer bestimmten Folie auf?
Indem du den Fehler gezielt wiederholst, findest du oft schneller heraus, ob es am Gerät, an der Präsentationssoftware oder an einer bestimmten Einbindung (z.B. Video, Ton) liegt. So kannst du gezielt handeln, statt blind zu improvisieren.
Tipp 2: Lerne deine Werkzeuge wirklich kennen
Der zweite Tipp ist banal – und trotzdem oft der entscheidende Unterschied zwischen einer souveränen und einer peinlichen Reaktion auf Technikprobleme:
Lerne deine Werkzeuge kennen.
Das bedeutet konkret:
- PowerPoint oder Keynote: Welche Tastenkürzel brauchst du wirklich? Wie startest du die Präsentation schnell? Wie kommst du unauffällig zu einer bestimmten Folie?
- Fernbedienung / Klicker: Wo sind die Batterien, wie koppelt man das Gerät neu, was ist der „Notfall-Plan“, wenn die Fernbedienung ausfällt?
- Online-Plattformen wie MS Teams oder Zoom: Wie teilst du deinen Bildschirm richtig? Wie stellst du sicher, dass Ton und Video übertragen werden? Was machst du, wenn die Bildschirmfreigabe plötzlich nicht mehr funktioniert?
Viele Präsentierende verlassen sich darauf, „dass es schon irgendwie klappt“. Doch genau dieser Ansatz führt zu Stressmomenten, Unsicherheit und Pannen – oft mitten vor Kundschaft, Geschäftsleitung oder Team.
Je besser du deine Tools kennst, desto schneller erkennst du, wo der Fehler liegt. Und desto gelassener kannst du ihn beheben.
Wie du das in der Praxis trainierst
Um im Ernstfall ruhig zu bleiben, lohnt es sich, Technikkompetenz bewusst zu trainieren – genauso wie deine Argumentation oder Körpersprache.
Ein paar Ideen:
- Probiere deine Präsentation im gleichen Setting aus, in dem du später präsentierst (gleicher Raum, gleicher Beamer, gleiche Online-Plattform).
- Simuliere bewusst Störungen: Zieh den Stecker der Fernbedienung, trenne kurz die Verbindung zum Beamer, teile in MS Teams absichtlich das falsche Fenster – und übe, wie du wieder sauber in den „Normalzustand“ kommst.
- Lege dir einen kleinen Technik-Check vor jeder Präsentation zurecht: Funktioniert der Klicker? Sind alle Kabel verbunden? Ist der Ton eingeschaltet? Sind Benachrichtigungen auf dem Laptop deaktiviert?
Mit der Zeit wirst du merken: Technikpannen sind nie angenehm, aber sie verlieren ihren Schrecken. Du weisst, was du tust – und das strahlst du auch aus.
Fazit: Souverän trotz Technik-Panne
Technikprobleme lassen sich nie ganz verhindern. Aber du hast viel mehr Einfluss darauf, wie du damit umgehst, als du vielleicht denkst.
Merke dir:
- Wiederhole den Fehler bewusst, statt hektisch alles zu verändern.
- Lerne deine Präsentationstools so gut kennen, dass du im Notfall schnell die richtigen Schritte einleiten kannst.
Wenn du diese beiden Punkte verinnerlichst, wirkst du auch in kritischen Momenten ruhig, kompetent und professionell – und genau das bleibt deinem Publikum in Erinnerung.
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Dieser Beitrag basiert auf einem kurzen Video aus meiner Serie «100 Sekunden für attraktivere Geschäftspräsentationen». Darin erhältst du regelmässig konkrete, sofort umsetzbare Tipps für bessere Business-Präsentationen in Präsenz und online.
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